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Buch H- Viertes Hauptstück.
mit Litthauen, suchte auswärtige Fürsten durch Geschenke, be-sonders durch zur Jagd abgcrichtcte Falken, zu gewinnen, rü-stete stark und legte eine Stückgießerci in Maricnburg an. Trotzder dazu crfoderlichcn bedeutenden Kosten und nicht unansehn-lichen an geistliche und weltliche Fürsten verliehenen Summenwar der Schatz des Ordens noch groß genug, um vom KönigeSigismund die Neumark zu kaufen.
Der König Sigismund, der immer viel Geld brauchteund wenig besaß, hatte die seinem jüngcrn Bruder Johanngehörige Neumark, man weiß nicht mit welchem Rechte, biszum Jahre 1388 behalten. Herzog Johann, der nicht minderMangel an Gclde litt als sein Bruder, hatte verpfändet undverkauft was er vermochte. Nach seinem Tode (1396) suchteKönig Sigismund die Neumark, welche an ihn gefallen war,zu verpfänden oder zu verkaufen. Die beiden auf einander ei-fersüchtigen Machbaren, der deutsche Orden und der König vonPolen, bewarben sich zugleich um dieses ihnen gleich wichtigeund wohlgclcgcnc Land. Da der König nur zehntausend Mark(40,000 Goldguldcn) dafür geben wollte, so erwarb cs der1402 Orden als Pfand für drei und sechszigtauscnd zweihundert un-garische Gulden und erhöhet« nach und nach den Pfandschil-ling bis auf hundert drei und vierzigtauscnd ungarische Gulden,unstreitig, damit cs nicht durch Ablösung an Polen käme;später (1429) erwarb er cs völlig als Eigcnthum. Dieses Er-eigniß steigerte natürlich die Spannung zwischen dem Ordenund Polen, und nur der von den Rittern verspotteten Vorsichtund Friedens-Liebe des Hochmeisters Konrad von Jungingcn1405 gelang cs noch durch einen Vertrag die bereits ausgebroche-nen Feindseligkeiten mit Polen beizulegcn. Der König löstedas Land Dobrin für funfzigtausend Goldgulden ein, der Groß-fürst Witold überließ dem Orden Samogitien, welches dieser1407 sich nun mit Gewalt unterwarf. Vergeblich erhoben die Sa-mogiticr ihre flehende Stimme zu Witold, denn sie hasstendie harte Herrschaft des Ordens sehr.
So hatte denn die Mäßigung und Klugheit des friedlie-benden Hochmeisters die Ruhe erhalten und hergestellt. Alsihm nun die Todesstunde zu früh uahte, so standen vor sei-nem klaren Blicke des Ordens gcsammte Verhältnisse zu Lit-