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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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mit Ziegclmehl blank zu glätten. Dann wuschen und bür-steten sie die lcbenssatte, mit braunem, geflammten Lederausgeschlagene Halbchaise: ein würdiges Gegenstück zu dendemüthigen Fuhrwerken, womit die Herren Landpfarrer ihreTochterkirchen besuchen. Sie diente der Norbert'schen Fa-milie schon so lange, daß den Kindeskindcrn ihres Erbauerskein Zahn mehr weh that. Ihre niedrigen Zwergräderstöhnten daher auch bei jedesmaligem Gebrauche jämmerlichdarüber, daß man ihr in ihren hohen Greiscnjahren nochkeine Ruhe gönnte. Die Achsen dieser Schreier wurdenjetzt, um sie so gut als möglich zum Schweigen zu brin-gen , freigebig getränkt; denn die Knechte gedachten desalten und auf der ganzen menschlichen Lebensreise sichbewährenden Sprichwortes:Wer gut schmiert, der fährtgut."

Unter mehreren solchen Zurüstungen verstrich der Tag.Herr von Norbert glaubte nun völlig reisefertig zu seyn.Aber plötzlich schlug er sich mit dem Ausruf:Wo werdenwir einkchren?" vor die Stirn. Er besann sich schnell,daß ein nachbarlicher Edelmann, der vor fünfzehn Jahrenin Paris gewesen war, die dort in einem Gasthofe gefun-dene billige Bewirthung oft gerühmt hatte. Sofort ließer ihn durch einen reitenden Boten um den Namen dieserguten Herberge ersuchen. Der Courier kam bald zurückund überbrachte einen Zettel mit der Aufschrift:Dasschöne Bild in der Vorstadt Saint - Marceau." Zu-frieden legte der Kapitän das Blättchen in seine Brieftascheund sich ins Bett, wo er, durch die vielen Geschäfte desTages ermüdet, bald einschlief.

Rosette hingegen schloß, von fröhlichen Bildern der Zu-kunft umgaukelt, kein Auge. Sie, die sonst gewöhnlichunter allen Bewohnern des Schlosses am spätesten Tag