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Der Leser erinnert sich vielleicht noch, daß die FranBürgermeisterin (am Schlaffe des sechzehnten Kapitels) inihren Kalender den Tag bemerkte, an welchem die Doc-torin Salm den Mohren Golo zn sich cingcladcn hatte,um sich von ihm die Merkwürdigkeiten seines Vaterlandeserzähle» zu lassen. Kein billiger Mensch nahm Anstoßdaran: denn cs ist ja eine sehr unschuldige Sache, daßman sich von weitgewandcrtcn Fremdlingen über das, wassie gesehen haben, belehren läßt und sic als eine lebendigeReisebeschreibung benutzt. Aber die Bürgermeisterin be-hauptete hartnäckig, der Doctorin Neugier scp auf einenandern Gegenstand gerichtet gewesen. Dergleichen muth-willige Verleumdungen begünstiget oft der Zufall, indemer sonderbare Umstände zusammcnwürfclt, die solche Hirn-gespinste zu begründen scheinen. So traf sich's auch hier,daß des Doctors längst gehegter Wunsch, einen Erbenzn bekommen, zu einer bedenklichen Zeit in Erfüllungging. Madame Salm kam glücklich in die Wochen; daaber viel unglimpfliches Geschwätz über ihre Schwanger-schaft in Umlauf gewesen war, so hatte sie den Eigensinn,ihr neugeborenes Kind niemanden zn zeigen. Die Bür-germeisterin und andere ihres Gelichters hätten viel darumgegeben, cs nur von weitem zu sehen; allein cs warkeine Möglichkeit. Da ward denn die Hebamme von derFrau Bürgermeisterin zum Kaffee gebeten, und Voss ihrund andern neugierige» Beisitzerinnen verhört, wie dasWürmchen gestaltet sep. „Es ist ein recht schmucker Junge!"sagte die Alte. „Nur Schade, daß die Mutter im vori-gen Sommer zu viel Heidelbeeren gegessen hat; davon istdas Knäbchen ein bischen schwärzlich geworden." — Mankann sich vorstellen, wie ausgelassen über diesen schalkhaf-ten Einfall gelacht wurde. „Nun, bei der Taufe kann sie