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verschollen! Man spricht ja im Roggenburg'schcn Hausekein Wort mehr von ihm."
„Und dennoch schreckt er mich noch, wie das Gespensteines Verstorbenen."
„Sic sind zu furchtsam, zu bedenklich! Andere reicheLeute haben mehr Muth. — Frisch auf! Ich will IhrBrautwerber sepn."
Richard lehnte dieses Anerbieten vor der Hand »och ab;doch einige Wochen später entschloß er sich plötzlich, csanzunehmen, und der abgefcrtigte Freiwcrber ging zu ei-ner schicklichen Tageszeit an sein Geschäft.
Nach Vcrfluß einer guten Stunde, in welcher das ost-tndischc Herz ungewöhnlich stark und ängstlich geklopft hatte,kam der Dichter von seiner Sendung zurück. Aber wiesah der Mann aus! Krumm und gebückt, wie beladen miteiner schweren Bürde, die seine über den Schultern ge-ballten Hände zu halten schienen, trat er schweigend undkeuchend in Richards Zimmer.
„Was fehlt Ihnen?" fragte Dieser. „Was drückt Sieso nieder?"
„Ein Korb!" — seufzte Kreisel.
Richard bedeckte schnell mit beiden Händen sein Gesichtund sagte kein Wort.
„Aber dieser Korb" — fuhr Jener, sich aufrichtcnd, fort— „ist mit Hochachtung und Freundschaft gefüllt. Dieseläßt Ihnen Elise zusichcrn. Doch ihre Hand mußte sieversagen, weil ihre Verhältnisse mit Alberten ganz andersstehen, als wir uns verstellten. Sie ist seine verlobteBraut und liebt ihn innig. Er befindet sich auch keines-wegcs in so beschränkten Glücksumständen, als man hierglaubte. Er ist vor Kurzem Universalerbe eines reichenOheims geworden und hat Anwartschaft auf ein ansehnli-