von dreißig tanftnd Thalcrn, gegen Verpfändung einesfürstlichen Tafclgntcs, ersuchte. Der Anschlag von demGute war beigefügt und bewies, daß sein Werth das er-betene Darlehn beinahe dreifach überstieg. Richard schüt-telte freilich den Kopf, entschloß sich aber endlich zur Ge-währung und schrieb zurück: er stehe mit dem verlangtenGelde zu Diensten, und sep nach Ablauf der nächsten vicr-zchen Tage zu jeder Stunde bereit, das Geschäft mit einemfürstlichen Bevollmächtigte» abzumachen.
Der Kammerpräsident kam selbst, erhielt gute Wechsel-briefe , lieferte dagegen die Pfandverschreibung aus, undübergab dann ein gnädigstes Handschreiben, in welchemder Fürst seinen gefälligen Gläubiger zum Gehcimcnrathc,mit Beilegung des Titels Ercellenz, ernannte. Zugleichüberreichte der Präsident die darüber ansgcfertigte Urkunde,mit der Erklärung, daß weder Stempelgeld noch irgendeine andere Kanzleigcbühr davon zu entrichten sep.
Herzlich wenig achtete Richard die fürstliche Gnadenbe-zeigung; er machte sie jedoch im Cassino bekannt, weil ervoraus sah, daß er dort viel Freude damit anrichtenwürde. Der Jubel war auch unbeschreiblich groß. Wett-eifernd begab man sich in die Gefahr des Fallens undHalSbrechcns, um die neue Ercellenz mit ausschweifendtiefen Reverenzen zu verehre». „Jeder drängte sich zumGespräch mit dem hochgefeiertcn Manne: denn Allen wares eine Wonne, das süße, herzerhebende Wort Ercel-lenz anszusprechen. „Welcher Glanz verbreitet sich überunsere Stadt!" sagte der Bürgermeister mit ungewöhnlicherBegeisterung: „Fühlen Sie cs ganz, fühlen Sie cs innig,meine Herren : wir haben einen Geheimen - Rath, eineErcellenz in unser» Mauern! — Welche andere Stadt des