530
35rtcfc.
Feßler 33rief.
.RömgS&crg, h 28. mävj 1794.
Ä£)euerfler greunb,
?Dftt bem beließen SSBunfche, baß Sßve ©ntfcßließung, ben?)(a^ ber Verbreitung Shrer grünblicßen ©inficßten ju veränbern,3l)nen felbfT eben fo erfprießltd) unb für alle 3(>re SGBiinfdje fo be-friebigenb fein möge, als fte gewiß benen fein wirb, p wettenSie übergefjen, verbinbe ich nod; bcnjenigen, aud) mit mir nichtunjufrieben ju fein, objwar id> baju, bem 2 Cnfe[;en nad), Urfad;egegeben f)abe, wegen Nichterfüllung meines VerfprecßenS, bie 2fuf=forberung betreffenb, Sßve vortrefflichen, mir angejeigten SBriefe,vornehmlich bie 9)rincipien beS NaturrecßtS angeßenb,t) (als worinich im SBefentlicßen mit Sßnen übereinßimme,) burcbjugeßen unbSbnen mein Urtßeil barüber ju eröffnen. £)aß biefeS nun nichtgefcheßen iß, baran iß nichts geringeres ©cßulb, als mein Umvermögen! — SDaS Filter l;at in mir, feit etwas mehr, als breiSSahKn, nicht etwa eine befonbere Veranberung im SRechanifchenmeiner ©efunbheit, noch aud; eine große 2 fbßumpfung ber ®e*müthSfräfte unb ein merflicßeS ^)inberniß, ben ®ang meinesNacßbenfenS, ben ich einmal nach einem gefaßten fpiane eingefcßla*gen, fortjufetjen, fonbern vornehmlich eine mir nicht wohl erfichtliebe ©eßwierigfeit bewirft, mich in bie Verfettung ber ®ebanfeneines 2 lnberen ßineinjubenfen, unb fo beffen ©pßem, bei beiben©nben gefaßt, reiflich beurtheilen ju fönnen; (benn mit allgemei*nem 33eifalle ober Sabel iß boeß Niemanbem gebient.) £>ieS ißaud; bie Urfacße, weswegen idh woßl allenfalls ^Ibßanblungen auSmeinem eigenen §onbS h^auSfpinnen fann; waS aber 3 . 35. einSftaimon mit feiner Nacßbefferung ber fritifdhen ^)h)tlofoph)ie, (ber*
+) <3. Keinbolb’S 33rtcfc üb, tic Äant’fcßc ^hilofopfjic S3b» II. (8eipj.1792.) 4— 6. 93r.