Druckschrift 
10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
Entstehung
Seite
454
Einzelbild herunterladen
 

454

SSriefe.

nehmen fönnen. Sooiel ift gewiß, baß ungeachtet allet ©efc&icf):ten oon ©rfchcinungen unb 4?anblungen be§ ©eißerreichS, baoonmit eine große Sttenge bet wahrfcheinlichßeu befannt ift, ich bod)jeberjeit bet Siegel bet gefunben SSernunft am ©emäßeßen gu feinerachtet habe, ftd£> auf bie oerneinenbe S;ite ju lenfen; nicht alsob ich oermeinet, bie Unmöglichfeit baoon eingefef>cn git haben,(benn wie wenig unS bod) oon bet Statur eines ©eißeS &e-.fannt?) fonbern weil fte inSgefammt nicht genugfam betttiefenßnb; übrigens auch, waS bie Unbegreiflichfeit biefer tlrt grfcbei>ttungen, imgleichen ihre Unnüfctidhfeit anlangt, ber Schmierigfeitenfo vtiele ftnb, bagegen aber beS entbecEten 33etrugeS unb auch berßeichtigfeit, betrogen ju werben, fo mancherlei, baß id), ber id;mir überhaupt nicht gerne Ungelegenheit mache, nicht für rathfamhielt, mir beSmegen auf Kirchhöfen ober in einer ginßerniß bangewerben gu laffen. SieS bie Stellung, in welcher ftd) mein©emüth oon langer Seit h« befanb, bis bie ©efd)ichte beS4?rn. Swebenborg mir befannt gemacht würbe.

Siefe 9ta<hrid)t hatte ich burd) einen Sanifchen Sfficier, bermein gteunb unb ehemaliger Suhörer war, welcher an ber SafelbeS Seßerreidßfchen ©efanbten Sietrid)ßein in Kopenhagen beitJßrief, ben biefer ^>err ju berfelben Seit oon bem SSaron oonSüfcow, Sftecflenburgifchem ©efanbten in Sfocfholm, befam, felbftnebß anberen ©aßen gelefen hatte, wo gebachter oon Süfioro il)mmelbet, baß er in ©efeUfchaft beS ^jolldnbifchen ©efanbten bei berKönigin oon Schweben ber fonberbaren ©efchidße, bie Shnen,gnäbigßeS gräulein, oom ^>rn. oon Swebenborg fchon befanntfein wirb, felbß beigewohnt habe. Sie ©laubwürbigfeit einer fobd;en 9tachrid>t machte mich ßu^ig; benn man fann eS fchwerlid)annehmen, baß ein ©efanbter an einen anberen ©efanbten eine9tad)rid>t gum offen tlidhen®ebraud) überfcf)reiben follte, welcheoon ber Königin beS ^>ofeS, wo er fidf) beft'nbet, etwas melbenfollte, welches unwahr wäre, unb wobei er bod) nebß einer amfehnlichen ©efeUfchaft jugegen wollte gewefen fein. Um nun baSSäorurtheil oon ©rfdjeinungen unb ©eftd)tern nicht buvch ein neues