15. Sßom ßbaraftcr bot- ©efd)led)t$. §. 87. 345
ba§ unverehelichte grauenjimmer richtet hierüber mit groger©trenge. — SBaS btc gelehrten grauen betrifft; fo braunen fteifjre S3üdftcv etwa fo, n>ie ihre It^r, nämlich fie ju tragen, bamitgefefjen werbe, bag ftc eine haben; ob fte jwar gemeiniglich ftiHftefjt ober ntdE>t nach ber Sonne geftellt ift.
SBeibtidje SEugenb ober Untugenb ift oon ber männlichennicfyt fowohl ber 2(rt, al§ ber SEriebfeber nach, fef;r unterfebieben.—©ie foll gebulbig, er mug bulbenb fein. Sie ift empfinb =lieb, er empfinbfam. — Se§ 9)tanne§ 2Birtf)fd;aft ift ©r =trerben, bie be§ SSeibeS Sparen; — ber Sltann ift eiferfüctj*tig, wenn er tieb't; bie grau auch ohne baß fie liebt; weit fouiel Siebbaber, als oon anberen grauen gewonnen worben, bochil;rcm Greife ber Anbeter verloren ftnb. — Ser SOtann bot ®e*febmaef für ficb, bie grau macht ftcb fetbft jum ©egenffanbe beä©efcbmacfS für Sebermann. — „2Ba§ bie 2Belt fagt, ift wahr,unb wa§ fie tbut, gut", ift ein weiblicher ©runbfah, ber ftcbfebwer mit einem ßbarafter, in ber engen 35ebeutung beS SBortä,Bereinigen lagt. ©§ gab aber boeb waefere SfBeiber, bie in S5ejie=bung auf il;r 4?au6wefen einen biefer ihrer 33efrimmung angemefsfenen ©baraftcr mit 9tubm behaupteten. — Sem SDtilton würbeBon feiner grau jugerebet, er folle boch bie ihm nach ßromweU’3SEobe angetragene Stelle cine§ Sateinifcben Secretärs! annebmen, obe§ jwar feinen ©runbfähen juwiber war, jefet eine Stegierltng fürrecbtlidb jtt erflären, bie er vorher a(§ wiberrecbtlicb vorgejtellt batte.,,‘tlcb," antwortete er il)r, „meine Siebe; Sie unb anbere f) 5bre§©efchlebbtä wollen in Äutfcben fahren, id) aber — muff ein et;r=lieber Sßann fein." — Sie grau be§ SofrateS, (vielleicht auchbie .fpiob’3,) würben burch il;re waeferen ÜKänner eben fo in bie@nge getrieben, aber männliche SEugenb behauptete ftcb in ihremGbarafter, ohne boch ber weiblichen ba§ SSerbienft be§ ibrtejen, inbem SSerhältnig, worein fte gefegt waren, ju fchmälern.
t) 1. 2fu$g.: , ( @lc unb btc Sbrlgen 3b«$ ©cfcbtcdjtb"