A. SSom G’foiU'rtftet bcc Reifen. §. 87. 327
t»ic ©celenftdrfe überhaupt in Söergleidhung mit ©eetengüte,leclcbe freilich beibe in bem ©ubject vereinigt angetroffen werbenmuffen, um ba§ f>evcm§iubringen, waS mehr Sbeal, als in ber2Birflicf>feit ijf, nämlidh: jum Sitel ber ©eetengröße berechtigtja fein.
3) 25er fteife unbiegfame ©inn bei einem gefaxten S3orfah,(mic etwa an .Karl XLI.,)ifi jwar eine bem ßfyarafter febr günfligegtafuranlage, aber noch nicht ein beftimmter S^araftec überhaupt.Senn baju werben SKarimen erforbert, bie auS ber SSernunft unbmoralifch = praftifchen ^)rincipien herborgehen. 25af)er fann mannicht füglich fagen: bie SSogfjeit biefeS SCRenfcfjen ift eine ßharafter*eigenfehaft beffelben; benn alSbann wäre fie teuftifdh; ber Sttenfdhaber billigt baS S3ofe in fid? nie unb fo gibt eS eigentlich feine
33o3beit au§®runbfäfccn, fotibern nurau$33erlaffung berfelben.-
SDtan tfjut alfo am 33efien, wenn man bie ©runbfähe, welche benSharafter betreffen, negatio üorträgt. @ie ftnb:
a. S«id)t oorfahlid) unwahr ju reben; baber auch behutfam jufpreetjen, bamit man nicht ben ©dhimpf be§ SBiberrufenö auf fiel)jiehe.
b. «Wicht beuteln: oor ben2lugen gut gefinnt fcheinen, hinterbem Siücfcn aber feinbfclig fein.
c. ©ein (erlaubtes) SSerfpredjen nicht brechen; woju auch ge*hört: felbft bae> 2Cnbenfen einer greunbfehaft, bie nun gebrochenift, noch ?n ehren, unb bie ehemalige SSertraulichfeit unb SDffen-herjigfeit beS 2fnberen nicht nachher ju mißbrauchen.
d. ©idh nidht mit fdhledhtbenfenben Sftenfchen in einen ©e*fchmadSumgang einjulaffen unb beS noscitur ex socio etc. einge*benf, ben Umgang nur auf ©efd)äfte einjufdhranfen.
e. ©ich an bie g'iadhrcbe auS bem feilten unb boSbnften Urtfjeil ‘2(n=berer nidht ju fehren; benn baS ©egentbeit »erräth fd)on ©chwäche';wie auef) bie furcht beS Sjerfio0#§ wiber bie Sftobe, welche einflüchtiges, ocränberlid;e§ 25ing ift, ju mäßigen, unb wenn fie