322 2fnti)topologic. II. S()ci(. Jlnthropol. ©harafteriftif.
leitet, aber fclbft nicht «u§füf)vcn will. Saher ijt feine l)evvfcl)cnbefieibenfehaft etjrbegierbe; er hat gern mit 6ffentlid;en ©efd;äften jutbutt unb will laut gepriefen fein. @r liebt baher ben ©cbeinunb ben fPomp ber gor malitäten; nimmt gern in Schuh unbift bem Scheine nach grojjmüthig, aber nicht auS Siebe, fonbernauS Stolj; beim er liebt fich mehr felbft. — ©r halt auf £)vb-nung unb feheint bcShalb flüger, als er ift. ©r ift habfudjtig, um (
nicht ft'ljig ju fein; ift höflich, ober mit ©eremonie, fteif unb ge= j
fchroben im Umgänge unb l;at gern irgenb einen Schmeichler, betbaS Stichblatt feincS SBiljeS ift, leibet mehr Äränfungen bur^> benSBiberftanb 2tnberer gegen feine ftoljen tfnmafiungen, als je bet©eijige burch feine i)abfüd)tigen; weil ein 23iSchen fauftifchcn j9BiheS i(;m ben StimbuS feiner SBichtigfeit ganj wcgbläft, inbeffenbafj ber ©eijige boch burd; ben ©ewinn bafür fdjabloS gehalten
wirb.-SJtit Einem SBort, baS cholerifche Semperament i|t |
unter allen am Sßenigften glücflich, weil eS am -Steiften ben SBibtrsftanb gegen fich aufruft. 5 ;
D.
SaS phlegmatifd)e Sempera ment beö ;
Ä a 11 b l u t i g c n. !
^Phlegma bebeutet Stffectlofigfeit, nicht Srägheit (2eb= ,,
lofigfeit), unb man barf ben 50?ann, ber bicl Phlegma hat, barum I
fofort nicht einen ^M;lcgmatiFer, ober ihn phlegmatifch nennen, unb fihn unter biefem Sitel in bie .Staffc ber gauUcnjer feljen.
Phlegma, als Schwäche, ift §ang jur Unthätigfcit, fich ;burch felbft ftarfe Sriebfebern ju ©efchäften nicht bewegen ju laffen. I
Sie Unempfinblichfeit bafür ift wiHhtl)rlid;e Unnütjlidjfeit unb bie jg
Steigungen gehen nur auf Sättigung unb Sdjlaf. j
Phlegma, als Starte, ift bagegen bie ©igenfehaft: nicht f
leicht ober rafch, aber, wenffgleid; langfam, boch anhaltenb be= jj j
wegt ju werben.— Ser, welcher eine gute Soft'S üon fPhl f Ö n,a ! |
in feiner 9J?ifd)ung hat, wirb langfam warm, aber er behält bie j'i
SSärme länger, ©r gerätf) nicht leicht in 3orn, fonbern bebenft ni