II. 23ud;. .Scbuction bei- «inen afr^ctifcfjon Urtbeile. §-. 33 . Hl
(Schönheit, (fo rote fte bort gegeben unb allgemein anerfannt ftttb,)gar wohl äufammenftimmen; td; ffopfe mir bie £>brcn ju, magfeine ©runbe unb fein SSernunfteln hören, unb werbe el;er annet^men, baf? jene Regeln ber Äritifer falfd) [eien, ober wenigftenS f;iernid)t ber gad tfjrer 3fnroenbung [et, als baff ich mein Urteil bureb23eweiSgütnbe a priori folfte bejtimmen (affen, bafi e§ ein Urtfjcifbe§ ©efcbmacfS unb nicht beS SScrfianbeS ober ber SSernunft fein fod.
©§ febeint, bafi bicfeS eine ber £aupturfacben fei, weswegenman biefeS afiftetifdje SBeurtbeitungSoermögen gerabe mit bem Sda--men beS ©efcbmacfS belegt fjat. £)enn cS mag mir Semanb adeSngrebienjen eines ©cridjtS erjagen unb oon jebem bemerfen, bafjjebeS berfelben mir fonft angenehm fei, auch obcncin bie ©efunbbeitbiefeS ©ffenS mit Stecht rftbmen; fo bin ich gegen ade biefe ©rünbetaub, oerfuebe baS ©erietjt an meiner Sunge unb meinem ©au;men, unb barnacb (nicht nach adgemeinen fPrin'cipien) fade id;mein Urtfjeif»
Sn ber 5££>at wirb baS ©efcbmacfSurtbcil burcbattS immer, alsein einjelneS UrtfjeÜ oom Dbject, gefddt. ©er SSerftanb fannbureb bie SSergleicbung be§ £>bjectS im §3uncte beS SBoblgefadigenmit bem Urtbeile 2(nberer ein adgemcineS Urtfjeit machen: 5 . 33.ade Sulzen ftnb fd)ön; aber baS ift alSbann fein ©efcbmacfS;,fonbern ein logifcbeS Urtf;eit, welches bie 33ejiebutig eines ©bjcctSauf ben ©efebmaef jutn fPrabicate ber 2Mnge oon einer gewiffen2frt überhaupt macht; baSjenigc aber, wobureb ich eine einzelne ge;gebene Sulpe fdjon, b. t. mein SBoblgefaden an berfelben adgc=meingültig ftnbc, ift adein baS ©efd;macfSurtbeil. £)effen ©gen=,d)ümlicbfeit beftel)t aber barin: bafi, ob cS gleich bloS fubjectioe©ültigfeit bat, cS bennoeb alle ©ubjecte fo in 2lnfprud)' nimmt,als eS nur immer gefaben fonnte, wenn eS ein objectiocS Urtbeilwäre, baS auf ©rfenntnifigrünben beruht unb burd; einen «Beweisfonnte erzwungen werben.