I. Sß. 2öit' ifir reine SD?atf)emati6 möglich? §. 9. 197
nämlich bie, fo nur ba§ Senfen eines ©egenftanbe§ überhaupt ent^galten, ganj wotjl a priori machen fonnen, ohne baß wir itnS ineinem unmittelbaren SSertjattniffe jum ©egenflanbc befdnbcn, j. 33.bcn SSegriff non ©rbße, uon Urfadje tc., aber fetbft biefe bebürfcnbodj, um ißnen S3ebeutung unb Sinn ju oerfcßaffen, einen gewiffen©cbraud; in concreto b. i. ‘-tlnwenbung auf irgenb eine tlnfdhauung,baburct) un§ ein ©egcnftanb berfelben gegeben wirb. Mein wiedann tfnfcßauung be3 ©egenftanbeä bor bent ©egenjtanbe fclbftüorberget;en?
< §. 9.
SJtüßte unfere 2lnfd)atiung Don ber 'tlrt fein, baß ft'e Singeoorßellte, fo wie fie an fiel; fetbft finb, fo würbe gar feinetfnfcßauung a priori Statt ftnben, fonbern fie wäre allcmat em=pirifeß. Senn wa§ in bem ©egenftanbe an fiel) fetbft enthalten fei,fann ict) nur wiffen, wenn er mir gegenwärtig unb gegeben ift.greilicß ift e§ auch alSbcnn unbegreiftief), wie bie 'tlnfcßauung einergegenwärtigen Sad)e mit biefe follte ju erfennen geben, wie fie anfuß ift, ba ißre (Sigenfd;aften nietjt in meine äSorflcllungSfraft hin-über wanbern fonnen; allein bie SJtoglicßfeit baoon cingeräumt, fowürbe bocß bergteießen Tlnfcßauung nicht a priori Statt ftnben, b. i.et)c mir nocß ber ©egcnftanb oorgeftellt würbe; beim oßnc ba3 fannfein ©ruttb ber SSe^ießung meiner 33orftellung auf it)n erbadjt wer=ben, fie müßte benn auf Eingebung beruhen. (Sä ift alfo nur aufeine einzige 2frt möglich, baß meine Tlnfcßauung oor ber SBirflicßfeitbest ©egenßanbeS üotßergeße, unb al§ (Srfenntniß a priori Stattfinbe, wenn fie nämlich nicßt§ 2Cnbcre3 enthält, al§ bie$orm ber Sinnlidt)feit, bie in meinem Subject ooralten wirftichen (Sinbtücfen oorßergeßt, baburch id)bon ©egenjtänben afficirt werbe. Senn baß ©egenfiänbeber Sinne biefer Sorm ber Sinnticßfeit gemäß allein angefeßautwerben fonnen, fann ich a priori wiffen. §ierau§ folgt: baßSähe, bie blo§ biefe $otm ber finnlidjen 2Cnfdf>auung betreffen, öon©egenjiänben ber Sinne möglich unb gültig fein werben, imgtcichcn