iBon b. ÄDialcftff b. rein. 93ern. in 93eft. b. Scgr. o. ßöd)ften ©nt. 241
SaS, waS jur 9Jt6glichfcit eine© SSernunftgebraudjS überhaupt cr=forberlid) ift, nämlich baß feie fPrincipien unb ^Behauptungen berfelbeneinanber nid)t wiberfprcchen müffen, macht feinen Sfjcii il;rcS Sntcr=effe auS, fonbern ift bic 33ebingung überhaupt SSernunft ju haben;nur bie (Erweiterung, nicht bie blofe Sufammenfiimmung mit fid)felbft wirb jum Sntereffe berfelben gejäl)lt.
SBenn prabtifche Vernunft nichts weiter annebmen unb als ge=geben benfen barf, als waS fp ecu tat ine SSernunft für ft d) it>r auSiiirer ©infid)t barreichen fonnte, fo führt biefe baS Primat, ©efeljtaber, fie hätte für fid) urfprüngliche fPrincipien a priori, mit benengeroijfe theoretifche fPofitionen unzertrennlich »erbunben wären, bicfid) gteid;wol)l aßet möglichen ©inftdjt ber fpeculatmen SSernunftentjbgcn, (ob fte jwar berfelben aud) nicht wiberfpred;en müßten,)fo ift bie grage, welches Sntereffe baS obcrjie fei, (nicht, welchesroeichen müßte, beim eines wiberjtrcitet bem anberen nid)t nothwenbig;)ob fpeculatioe Vernunft, bie nicht »on ‘2CIlcm bem weiß, waS praf=tifdte ihr anjunehmen barbietet, biefe ©älje aufnehmen, unb fte, obfte gleich für fte überfchwenglid) ftnb, mit ihren ^Begriffen als einenfremben, auf fte übertragenen SSeft'h ju vereinigen fuchen müffe; oberob fte berechtigt fei, ihrem eigenen abgefonberten Sntereffe hartnäefigju folgen, unb nach ber Jitanonif beS Spifur, ‘tdlcS als leere SScr=nünftelei auSjufd)lagen, waS feine objectioe Diealität nicht burd;augenfd)einlid)e in ber (Erfahrung aufjujtellenbe SScifpiele beglaubigenfann, wenn eS gleich noch fo fel)r mit bem Sntereffe beS praftifd)en(reinen) ©ebraud)S oerwebt, an fid) auch ber tI;eoretifd)en nichttoiberfprechenb wäre, bloS weil eS wirtlich fofern bem Sntereffe berfpeculatioen SSernunft Abbruch thut, baß eS bie ©renjen, bie biefefid) felbft gefegt, aufhebt unb fte allem Unftnn ober SBahnfinn berSinbilbungStraft preisgibt.
Sn ber S£l)at, fofern praftifd)e S3ernunft als pathologifch bebingt,b. i. baS Sntereffe ber Neigungen unter bem finnlichen fPrincip ber©lucffeligteit bloS oerwaltenb jum ©runbe gelegt würbe, fo ließefid) biefe Sumuthung an bie fpeculatioe SSernunft gar nicht tf)un.9Jtat)omet’S sparabieS, ober ber £fK°f 0 P() en uniJ 3)tpßifcrAant f. SB. IV. 16