228 Äcitif bei' praftiftfjcn 83ernunft. 1. £h- II. 33. I. Jpptß.
SaS morcilifcl>c ©efeh iß ber alleinige SBeßimmungSgvunb beSreinen SßillenS. Sa bicfeS aber bloS formal iß, (ndmlid) alleinbie gorm ber SRarime, als allgemein gefefcgebcnb forbert,) foabßtaf)irt cS, atS SBeßimmungSgrunb, üon aller Materie, mithineon allem Objecte beS StBollenS. SRithin mag baS t>6d;fte ©utimmer ber ganje ©egenftanb einer reinen praftifchen Vernunftb. i. eines reinen SBillenS fein, fo ift eS batum bocß nicht für benSSeßimmungSgrunb beffelberi ju hatten, unb baS moralifcfe©efeh muß allein als ber ©runb angcfehen «erben, jenes, unbbeffen SBewirftmg ober -SBcförberung ftcl> jum Objecte ju machen.Siefe (Erinnerung ift in einem fo belicatcn galle, als bie SBeßim;mung frttlid>er fPrincipien ift, mo auch bie fleinße SRißbcutung©efinnungen »erfüllt, tton ©rheblid)feit. Senn man mirb ausber Ulnalptif erfeljen haben, baß, menn man »or bem moralifchcn©efefje irgenb ein Object, unter bem tarnen eines ©uten, alsSSeftimmungSgrunb beS SSBillenS annimmt unb oon il;m benn baSoberfte praftifdße sprincip ableitet, biefeS alSbenn jeberjeit ^eteronomieherbeibringen unb baS ntoralifche sprincip oerbrdngen mürbe.
©S Perjleht ftch aber öon felbß, baß, menn im ^Begriffe beSßoebften ©utS baS moralifdhe ©efefs al§ oberße SBebingung fd)onmit eingefcßloffen iß, alSbenn baS höchße ®ut nidfjt bloS Object,fonbern auch fein SSegriff unb bie SSorßellung ber burch itnferepraftifche Vernunft möglichen ©rißenj beffelben zugleich ber SBc--ßimmungSgrunb be§ reinen SBillenS fei; «eil alSbenn in ber5£h at &«§ in biefem ^Begriffe fchon eingefdhloffene unb mitgebachtemoratifche ©efefj unb fein anberer ©egenßanb, nach bem jprincipber Autonomie, ben SBillen beßimmt. Sie Orbnung bet SBegriffeoon ber StBillenSbeßimmung barf nidht auS ben klugen gelaffcn wer=ben; «eil man fonß ftch fclbß mißoerßeht unb ftch ju «iberfprechenglaubt, «o boch 2llleS in ber poUfontmenßen Harmonie neben ein-ander ßeßt.