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Morpheus wartet noch darauf, daß Phobetor mit seinenThieren verschwinde. . .
Aber lasset uns, statt zu träumen, denken und hoffen;und setzt fragen: werden auf Pflanzenmenschen, aufThiermenschen endlich Gottmenschen kommen? Vcr-räth der Gang der Welt-Uhr so viel Zweck wie der Bauderselben, und hat sie ein Zifferblatt-Rad und einenZeiger?
Man kann nicht (wie ein bekannter Philosoph) von End-abstchten in der Physik sofort auf Endabstchtcn in der Ge-schichte schließen — so wenig als ich, im Einzelnen, ausdem teleologischen (absichtvollen) Bau eines Menschen eineteleologische LebcnSgeschichte desselben folgern kann, oder sowenig als ich aus dem weisen Bau der Thiere auf einenfortlaufenden Plan in der Weltgeschichte derselben schließendarf. Die Natur ist eisern, immer dieselbe, und die Weis-heit in ihrem Bau bleibt unvcrdunkelt; das Menschenge-schlecht ist frei, und nimmt wie das Aufgußthier, die vielge-staltete Vorticelle, in jedem Augenblick bald regelmäßige,bald regellose Figuren an. Jede physische Unordnung ist nurdie Hülse einer Ordnung, jeder trübe Frühling die Hülseeines heitern Herbstes; aber sind denn unsere Laster die Blüte-knoöpen unserer Tugenden, und ist der Erdfall eines fortstn-kendcn Bösewichts denn nichts als eine verborgne Himmel-fahrt desselben? — Und ist im Leben eines Nero ein Zweck?Dann könnt' ich eben so gut alles zurückgebcn und umkehren,und Tugenden zu Herzblättern versteckter Laster machen. Wennman aber, wie mancher, den Sprachmißbrauch so weit treibt,daß man moralische Höhe und Tiefe, wie die geome-trische, nach dem Standort umkehret, wie positive und