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Flüchtiges Extrablättchm, worin der närrische Cha-rakter der Flachsenfinger skizzirt wird — oderperspektivischer Aufriß der Stadt Klein-Wien.
Klein--Wicn heißen viele mein Flachscnfingen, so wie esein Klein-Leipzig, Klein-Paris u. s. w. gibt. Es könnenaber wol zwei Städte nicht weiter von einander in Sittenabstehen als Flachscnfingen, wo man sein Leben und seineSeele verfrißt und versäuft, und Wien, wo man vielleichtden entgegengesetzten Fehler eines spartischcn AuSmergclnsnicht genug vermeidet. Die Klein-Wiener oder Flachsenfin-ger öffnen dem Genuß der Natur weniger ihr Herz als ihrenMagenmund — Auen sind die Küchenstücke ihres VichcS,und Gärten die ihrer Besitzer — die Milchstraße fesselt undsättigt ihren Geist (ob sie gleich länger ist) nicht halb sosehr, als die Königsbcrger Bratwurst von 1583 es thäte,welche fünf hundert und sechs und neunzig Ellen lang undviermal schwerer war, als der Gelehrte selber, der sie der
Nachwelt geschildert, Herr Wagenseil *).-Sind das die
Züge, auf welche die Fuhrleute den Namen Klein-Wien be-gründen? Ich war oft in Groß-Wien und kenne die Groß-kreuze, Kleinkreuze und Commandeurs des Temperanzordcnö,der dort so gemein ist, persönlich: ich kann also allerdingseinen gültigen Zeugen abgeben, und mir ist zu glauben, wenn
Es ist der mit den langen Schuhen, in seiner „Erziehung„eines jungen Prinzen, 1705."