49
halfen ihm die feinsten Gerichte, wenn sie durch die feinstenEinfälle verbittert wurden? Der Spieltisch war daherzumal bei der friedlichen Landung seiner Gemahlin — seinruhiger Ankerplatz; und sein Viktor war damals auch froh,neben ihm zu ankern. Mein Korrespondent meint, denStimmhammcr zu diesem überfeinen dreimal gestrichenenTon drehte bloS die Ministerin, die alle Wissenschaften imKopfe und zwar auf der Zunge hatte, und deswegen wöchent-lich ein baraaa ll'68xrll hielt. In dieser lächerlichen Ver-fassung verspielte Sebastian seinen Abend und verschlucktesein Kon^sr: er konnte gut erzählen, aber er hatte nichtszu erzählen — in den wenigen Lo»t<?8, die ihm beiwohnten,war alles namenlos, und dem Zirkel nm ihn waren geradedie Namen das erste — seine Laune könnt' er auch nichtgebrauchen, weil so eine wie die seinigc den Inhaber selberin ein sanftes komisches Licht stellet, und weil sie also nurunter guten Freunden, deren Achtung man nicht verlierenkann, aber nicht unter bösen Freunden, deren Achtung manertrotzen muß, in ihren SokkuS und Narrenkragen fahrendarf — er genoß nicht einmal das Glück, innerlich alle auö-zulachen, weil er keine Zeit dazu hatte, und weil er die Leutenicht eher lächerlich fand, als hinter ihrem Rücken. — —Verdammt übel war er dran — „ich komm' euch sobald„nicht wieder," dachte er — und als der Mond durch diezwei langen GlaSthüren deS Balkons, der auf den Gartenhinauösah, mit seinem träumerischen Lichte einging, dasdraußen ans stillere Wohnungen, schönere Aussichten undruhigere Herzen siel: so schlich er (da seine Spiel-Masko-peigesellschaft durch den Fürsten nach dem Essen zertrenntwar) aus den Balkon hinaus, und die auf der Erde und
Jean Paul's ausgew. Werke. IV. 4