Druckschrift 
4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4

seiner Reise gemauert und angcstrichen zu seyn denn alles,was darin wohnte, schien sich verändert zu haben und machteihn wchmüthig.Die Eltern drinnen (sagt' er zu sich)haben keinen Sohn mein Freund hat keine Geliebte,und ich . . . kein ruhiges Herz." Da er nun endlich indie Wohnung trat und wieder ein Heller Ehrenbogen desliebenden Familienzirkcls wurde; da er mit teilnehmendenund doch belehrten Augen die zärtlichen Täuschungen derEltern, die grundlosen Hoffnungen seines Freundes und dasAufstcigcn der gewittcrhaften Tage anschaucn mußte: sostand sein Auge in Einer unverrückten Thräne über die Zu-kunft, und sie wurde nicht kleiner, da seine Adoptiv-Mutter

sie durch weiches Anblicken rechtfertigen wollte.-Zum

Thcil aber wehctc auch dieser Flor über seine Seele blosaus der vorigen Nacht herüber, deren dämmernde Szenennur durch einen kleinen Zwischenraum auö Schlaf von ihmgeschieden waren: denn eine in Empfindungen verwachte Nachtendigt sich allezeit mit einem schwermüthigen Vormittag.

Der Kaplan machte gerade Butter-Vignetten; ich meine,er sägte mit keiner andern Actzwiege als mit einem Feder-messer, und in keine andren Kupferplatten als in Kartoffeln,Buchdruckcrstvcke und Schließguadrätchen ein, die auf dieJuliusbuttcr des Schmuckes wegen zu drucken waren. Manhätte denken sollen, Viktor hätte sich dadurch viel geholfen,daß er Witz hatte und anmerkte, die alten Drucke wärenzwar langer Bücher darüber und langer allgemeiner deut-scher literarischer Rezensionen der Bücher ganz würdig, aberkeines menschlichen Gedankens, und wären zehnmal unge-nießbarer als diese neuesten Butter-Inkunabeln; denn wenncs etwas elenderes geben könnte als die Weltgeschichte (d. h.