Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
429
Einzelbild herunterladen
 

429

(Gegen Spargut.) Madame! Madame! Wollen Sieuns nicht durch Ihre nähere Gegenwart beglücken? Ver-lassen Sie doch jenes melancholische Dunkel, das selbst derStrahl Ihrer Augen nicht aushellen kann. Sic hörenmich nicht? Würdigen mich keiner Antwort? Ich bittedringend (Geht nuf Sparguten zu.)

Spargut (drückt sich mit abgewendetem Gesicht tiefer inseinen Winkel.)

Sprosser (ein Licht holend). Und sollten Sie meinbrennendes Verlangen, Ihr Graziengcsicht zu sehen, Un-bescheidenheit nennen, so kann ich mich nicht enthalten.

(Er dreht Spargutcn herum und beleuchtet ihn.)

Sparglit (führt nuf). Herr! ist es nicht genug, daßSic mich heute um hundert Thaler geprellt haben, müssenSie mich auch noch hier turbiren?

Sprosser. Ich fall' aus den Wolken. Herr Spar-gut! Sie hier, und in einem so komischen Anzuge hier? Wie in aller Welt?v. Simpel. Unbegreiflich! Sagen Sie dochSpar gut. Sie dürfen nur befehlen,v. Simpel. Ein höchst sonderbares Abenteuer!

Spar gut. Nicht sonderbarer, als der Sprung vonder Ladenschürze zuin Federhute.

Sprosser. Ei, ei! Herr v. Simpel!v. Simpel (hastig zu Spargut). Herr! was wolltenSie damit sagen?

Spargut. Nichts, als was ich bereits damit gesagt habe.Sprosser. Huß, huß, hnß!v. Simpel. Besser wär's, wenn Sie geschwiegen hät-ten; denn Sie schlagen sich mit Ihren eigenen Worten.Wenn der Sprung vom Kaufmann zum Edelmann sogar groß und sonderbar ist, so muß jener ein sehr kleinesLicht sepn.