Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
421
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Warnick (vor sich). Ha! dort ist Jemand. (Laut.)Luise, mein Leben, mein Glück, sind Sie dort?

Spargut (vor sich,. Wahrlich! mein Vetter, der michfür Luisen hält. Ich muß ihn ausholen. (Laut, mir an-genommener weiblicher Stimme, die er auch bis zum Endedes Akts beibehält., Guten Abend, Herr Warnick!

Warnick. Tausend gute Abend, mein Engel. Ichglühe vor Verlangen

Spargut. Noch ein Weilchen Geduld, süßer, lieberJunge. Es ist im Hanse noch nicht alles ruhig. Manmacht' uns überraschen.

Warnick. Die Augenblicke bis zu unserer Umarmungwerden mir Jahre dünken.

Spar gut, Ei, ei, ei! wo ist Ihre Sittsamkeit?

Warnick. Die hole der Henker! Unter uns gesagt,schönes Mädchen, ich spiele den Sittsamen nur am Tage.Bei Nacht braucht man keine Maske.

Spargut. Sic, loser Vogel, stellen sich also wohlnur fromm?

Warnick. Ja freilich. Es ist ein guter Kunstgriff,das und jenes Vergnügen zu erhaschen. Nicht wahr,mein Engel, Sie hätten mich nicht zu dieser süßen Zu-sammenkunft eingeladen, wenn ich der Welt als ein Lo-kerinsky bekannt wäre?

Spar gut. Gewiß nicht.

Warnick. Sie hätten befürchtet, Ihre unbescholteneTugend in Übeln Ruf zu bringen ?

Spar gut. Ja wohl.

Warnick. Nun aber hoffen Sie, daß die Leute glau-ben werden, wir beten zusammen.

Spar gut. Sie errathen meine geheimsten Gedanken.

Warnick. Sehen Sie, so ist der Welt Lauf. Wer