-oD 371 S-»-
in Ordnung bringen kann. Er wird, wahrhaftig! gleichkommen.
Luise. Laß ihn doch! Seinetwegen darf sich keinHaar anders legen. Der windige Mensch ist mir uner-träglich.
Suschen. Hm! er ist doch wohl besser, als dersimple Herr von Simpel, oder Spargut, nebst seinemfrommen Vetter, oder —
Luise. Schweig! Venn ich merke, daß du den Haupt-mann Hohwald nennen willst.
Suschen. Ja, ich wollt' es.
Luise. Nun, ich dächte doch, dieser verdiente nicht mitJenen in eine Klasse gesetzt zu werden.
Suschen. Ach! mir gefällt er gar nicht.
Luise. Viel Unglück für den armen Mann.
Suschen. Er ist so mürrisch und trocken —
Luise. Dafür faselt er nicht, wie Sprosser.
Suschen. Alles, was er denkt, sagt er geradezu.
Luise. Sprosser heuchelt und schmeichelt, und sagt al-les, nur just das nicht, was er denkt.
Suschen. Ueberdieß ist der Kapitän ein so übertrie-bener guter Wirth, daß mau ihn fast gar einen Knickernennen möchte.
Luise. Ja, da hast du Recht, das ist ein unverzeihli-cher Fehler, nach dem Urtheil aller — Kammerjungfern.
Suschen. Nein, wahrhaftig! Sie verkennen mich indiesem Punkte.
Luise. Stille! stille!
Suschen. Ich bin nicht von der Art, daß ich —
Luise. Pst! cs schien mir, als pochte Jemand. —Sieh hin!