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Diescn possierlichen Vorfall erfuhr in den nächsten Stun-den das ganze Ncsidenzstädtchen, und wo sich Herr Haber-lieb blicken ließ, ward er darüber geneckt. Sogar dieStraßcnbuben zapften ihn laut und öffentlich an. Dasverdroß ihn gewaltig; er schalt und fluchte links und rechts,doch das Gespött war untilgbar, und ward ihm am Endeso lästig, daß er von Herzen wünschte, die unartige Stadtverlassen zu können.
Hierzu zeigte sich bald eine glorreiche Gelegenheit. DerFürst mußte zur französischen Armee, als sie nach Rußlandzog, fünfzig Mann stellen und seine schöne Leibwache mitdazu hergebcn, weil er die bedeutende Hcerschaar nichtanders vollzählig auf die Beine bringen konnte. Haber-lieb sollte sie als Feldmarschall befehligen- Dieser ehren-hafte Antrag schlug ihm aber dermaßen in alle Glieder,daß er aus der Stelle das Kauonenfiebcr bekam und seinenAbschied nehmen mußte. Um jedoch bei dem Kriege nichtmüßig zu scpn, begab er sich in die Dienste eines größer»Fürsten als Kriegskommiffär, weil er hinten bei den Trossesein Fieber besser abwartcn konnte.
Gesund, reich, und mit »och länger gewachsenem Zopfe,kam er in die Stadt, wo er vormals bei der fürstlichen Gardegestanden hatte, aus dem Felde zurück, ließ sich in der Hoff-nung, daß über jene lächerliche Begebenheit längst Grasgewachsen sep, häuslich da nieder und wollte sich vermählen.Er warb um verschiedene artige Mädchen; sie stießen sichaber sämmtlich an seinen häßlichen, noch immer allgemeinVerspotteten Haarzagel, und vergebens waren alle Bittenund Vorstellungen seiner Freunde, ihn abschneidcn zu las-sen, „Er ist ein Erbstück," gab er zur Antwort. „Allemeine Voreltern hatten so lange Zöpfe; sie wurden gleich-sam unser Familienwappen, und ich kann und will es nicht