ist — daß diese unschuldigen Opfer gleich den Herrnhuterin-ncn zwischen ihrer Wiege und ihrem Brautbctte Alpen undMeere gestcllct sehen, und daß die Kabinette sie wicSciden-wurmsamen in Depcschen-Düten versendend .... Wir keh-ren wieder zu unserem zweiten Akte, in dem man noch weiternichts vornimmt, als daß man — ankommt.
Die Kulissen No 1. und 2. stecken noch voll Akteursund Aktricen, die nun hcrauSmüsscn. An diesem Tage istes, wo zwei Höfe wie zwei Heere einander in zwei Stu-ben gegenüber halten und sich gelassen auf die Minute rü-sten, wo sie ausrückcn und einander im Gesichte stehen, biscs endlich wirklich zu dem kommt, wozu eS nach solchenZurüstungen und in solcher Nähe ganz natürlich kom-men muß, zum — Fortgehen. Der Kubikinhalt vonNo 1. quillet der Fürstin nach, er besteht aus Jtaliä-nern — in der nämlichen Minute richtet auch der Hofstaataus der Kulisse No 2. seine Marschroute ins Hauptquartierherein, er besteht aus Flachsensingern. Jetzo stehen zweiLänder — eigentlich nur der ans ihnen abgezogene und ab-gedampfte Geist — sich einander ganz nahe, und es kömmtsetzt alles darauf an, daß der Seidenstrang, den ich im erstenAkt über die Stube gespannt, anfange zu wirken; denn dieGränzverrückung und Vvlkermischung zweier so naher Länder,Deutschlands und Welschlands, wäre in Einem Zimmer fastso unvermeidlich, wie in einer päbstlichen Gehirnkam-mer, hätten wir den Strang nicht — aber den haben wirund dieser hält zwei zusammengcrinnende Völkerschaften sogut auseinander, daß es nur Jammer und Schade ist — dieEhrlichkeit hat den größten — daß die deutschen Kabinettekeinen solchen Spcrrstrick zwischen sich und die italiänischcn