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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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lichter Mond über dem Abend seines Lebens stand, mitlächelnden Runzeln gegen den Gast. Nur ein Heuchlerder Agioteur der Tugend ist nach dem Beten nicht sanf-ter und gefälliger. Die alte Frau legte zuerst die Mieneder Andacht ab. Viktor begehrte mit seiner stegenden Un-befangenheit ein Nachtquartier. ES ihm bewilligen daskonnten nur so zufriedne Leute wie diese; cs verlangendas konnte nur einer, der so wie er die Wirthe floh, weilihre mit jedem Gast ankommende nnd abgehende eigensüch-tige kalte Thcilnahme und Liebe seiner warmen Seele zusehr zuwider war. Zweitens zog ihn die Reinlichkeit an, diesogar der Schmutzfink in fremden Stuben liebt und diedarin ein Beweis der Zufriedenheit und der Kinderlosig-keit ist. Drittens wollt' er im Inkognito und aus demGassen-Gcwühle heute mit seiner von der Natur geweihtenSeele bleiben.

Er wurde bald einheimisch; noch eh' das Essen abge-waschen und abgeblattet und fertig war, hatt' er'S herausoder vielmehr hinein, daß der sanfte Greis Lind mitNamen ein Zeidler sei. Letztes glaub' ich; denn sonstwär' er nicht so sanft, wie denn in den meisten Fällen diethierische Gesellschaft weniger verdirbt, als menschliche: da-her Plato die Langischen Kolloquia mit den Thieren als dasBeste aus Saturns goldner Regierung angibt. ist nichteinerlei, ob man ein Hunde-, ein Löwen-, oder ein Bienen-wärter ist; denn unser Thiergarten im Unterleib nachder platonischen Allegorie bellt und blökt dem Unisonodes äußern nach. Als Viktor vollends mit dem Alten umdas Haus und um die Bienenkörbe ging: so kam er wiederins Tafelzimmer mit dem Gesichte eines Menschen, der in