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Viktor wurde ängstlicher; jedes Wort, das er ihr ab-gewann, hielt er für Tempelraub an seinem Freund, da ohne-hin der letzte nicht so gut als er die Kunst verstand, miteiner Frau in ein Gespräch zu kommen. Jener hatte nichtden Muth zu glänzen, weil er dadurch um ihren Beifall mitseinem Freunde zu wetteifern besorgte. Sein Flamin kamihm heute länger, schöner, besser vor; und er sich kürzer unddümmer. Er wünschte tausendmal, sein Vater wäre schonda, damit er ihm Flaminö Bitte, ihm Klotildens Besitz leich-ter zu machen, mit dem größten Feuer übergeben könnte.
Endlich kam er, und Viktor athmete wieder voll. Dergute Mensch sucht oft durch aufopfernde Thaten sein Ge-wissen wieder mit seinen Gedanken auszusöhnen. Mit herz-klopfendem Enthusiasmus wartete er auf die Minute derEinsamkeit. Ein Garten vereinzelt und verbindet Leute aufdie leichteste Weise, und nur darin sollte man Geheimnissevertheilen; Viktor konnte bald in einer Laube, die sich anvier Kastanienbäumen mit Blüten - Geäder über den Men-schen zusammennistcte, mit gerührtem Zittern seinen Vaterumfassen, und für seinen Freund sprechen und glühen mitZunge und Herz. Des Lords Ueberraschung war größer,als dessen Rührung. „Hier (sagt' er) ist deine Bitte auf„eine andere Art längst erfüllt; ich wollte dir aber das Ver-gnügen der Botschaft aufheben" — und damit gab er ihnrein allerhöchstes Handbillet, worin der Fürst den praktizie-renden Advokaten Flamin zum Regierungrath beruft.
Ein allerhöchstes Handbillet ist das Tetragrammato»und Gnadenmittel, das die übernatürlichen Wirkungen undStaats-Wunder thut; und der durchlauchtige Schreib-Dau-yren ist gleichsam ein zauberischer Diebs-Daumen, der die
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