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Seele auSstieg, indcß sie den Körper den Stößen der Erdeließ — aber heute fällt mein Auge traurig und langsamvon dir und dem weißen Blumenflor, den ich um deineKüsten angepflanzet, auf den naßkalten Boden herab, wo ichstehe — und ich sehe uns alle von Kühle und Abend umge-ben — weit von den Sternen abgerissen — von Johannis-würmchen belustigt, von Irrwischen beunruhigt — alle ein-ander verhüllt, jeder einsam und sein eignes Leben nur füh-lend durch die warme pulsirende Hand eines Freundes, dieer im Dunkeln hält. — —
Ja, cs wird zwar ein anderes Zeitalter kommen, woes licht wird, und wo der Mensch aus erhabnen Träumenerwacht und die Träume — wieder findet, weil er nichtsverlor als den Schlaf. —
Die Steine und Felsen, welche zwei eingehüllte Gestal-ten, Nothwendigkcit und Laster, wie Dcukalion und Pyrrhahinter sich werfen nach den Guten, werden zu neuen Men-schen werden. —
Und auf dem Abendthore dieses Jahrhunderts steht:Hier geht der Weg zur Tugend und Weisheit; so wie ansdem Abcndthor zu Cherson die erhabene Inschrift steht: Hiergeht der Weg nach Byzanz.-
Unendliche Vorsicht, du wirst Tag werden lassen. —
Aber noch streitet die zwölfte Stunde der Nacht: dieNachtraubvögel ziehen; die Gespenster poltern; die Todtengaukeln; die Lebendigen träumen.
Inder Frühling- Tag- und Nachtgleiche l794.
Jean Paul.