Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

Possen! rief ich. Verlieren Sie weiter kein Wort.

Na, junger Mensch," sagic sie mit Bettcltrotz,so ge-ben Sic meine Nichte wieder heraus."

Ich. Sie wollen vcrmuthlich Karolinens Unschuld inbaares Geld umsetzen?

Sie. Ha! ha! ha! ihre Unschuld! Haben Sie dennnoch eines Hellers Werth davon übrig gelassen?

Ich. Unverschämte! Denken Sie, was Sie wollen.Das Mädchen ist rein wie die Sonne. Doch, was redeich in den Wind! Einer Seele von Ihrem Schlage ist Un-schuld ein Mährchen.

Sie. Nee, nee, ich will daran glauben. Sagen Sienur, wo ich die Gonncnjungfrau finde.

Ich. Für Sie ist sie todt.

Sic. Die Obrigkeit soll und wird sie wieder auf-weckcn-

Ich. Unterstehen Sie sich, dcßhalb einen Schritt zuthun!

Sic. Das geschieht stracks, denn ich vertrete Mutter-stelle.

Ich. Eine treffliche Mutter, der ihr Kind sogar dieFrage nach ihrem Kinde um einige Goldstücke feil ist! Gehn Sie, gehn Sie zur Obrigkeit! Ich begleite Sie.

Mit diesen Worten griff ich schnell nach meinem Hute.Es war jedoch nicht mein Ernst, über mein stilles Verhält-niß mit Karolinen ein gerichtliches Protokoll aufnehmen znlassen. Die Frau Thorschrciberin hätte mich in die größteVerlegenheit gesetzt, wenn sie rasch nach dem Nathhanscgegangen wäre. Allein sie hatte dazu eben so wenig Lust,und weil sic mich für entschlossener hielt, als ich war, sozog sie geschwind andere Saiten auf. Sic nahm mir denHut aus der Hand und sagte lächelnd:Wir wären wohl