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einander in Collision zn gerathen, bildet kein organi-sches Ganzes, an dem das Prinzip der Wechselwir-kung erwacht wäre.
Die Demokratie ist der höchste Ausdruck vonin sich geschlossener auf sich selbst beruhender Einung,)vn inniger Verbindung zu einerlei Gesammtzwecke.Es zeigt aber die Geschichte, daß Demokratiensich als Thatsache nie, immer nur als Form be-haupten. So sagt Johannes Müller '*) von derlacedamonischen Verfassung sehr scharfsinnig: Obwohlzu Lacedamon die Macht hauptsächlich in den Hän-den beider Könige, der fünf Ephoren und eines Ra-thes von XXVHI war, und obwohl die VolkSge-meinde nur zu Wahlen beiwirkte, ja die Rathswür-den lebenslänglich waren; obwohl sogar nur Ver-möglichere in die Volksgemeinde Zutritt hatten,gleichwohl wird Lacedämonö Verfassung von den Al-ten oft eine Volksregierung, ja die kräftigste derDemokratien genannt. Denn man suchte die De-mokratie nicht so sehr in den Formen, als im Geisteder Verwaltung: mau fühlte, daß eine Volksgemeindenicht regieren kann, aber man wollte populäre Gleich-heit der Sitten. Die beiden zusammenregierendenKönige waren der Eckstein der Verfassung; jederhinderte seinen Collegen an Errichtung tyrannischerMacht; ihr größtes Interesse war, daß die Ephorenden Rath, er aber das Volk nicht unterdrücke; hin-
Zoh- von Müller Allgemeine Weltgeschichte.