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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Feßler, ein alter Kapitalist, hielt den Rcichthum, wiemehrere Pfleglinge des Glücks, für eine Art von Adel,und verachtete jeden Erdcnsohn, der nicht so gemächlich wieer ans der sanken Bärenhaut liegen und von Renten zeh-ren konnte. Wer zur ehrwürdigen Klasse thätigcr Men-sche» gehörte und im Schweiß seines Angesichts sein Brod, ward von diesem Glückspilz über die Achsel angesehen.Trat er in eine Gesellschaft, wo er ein fremdes Gesichterblickte, so war immer seine erste Frage:Hat er Geld?"

Mildere Gesinnungen hegte, dem eisgrauen Sprichwortevom Stamm und Apfel zum Trotz, seine einzige TochterJuliane; denn sic schätzte einen gewissen jungen SecrctairHorst, der nichts im Vermögen hatte und auch zur Zeitnoch ohne Besoldung angcstellt war, tausendmal höher, alsalle Geldrollcn ihres Vaters.

Der brave Jüngling verdiente die Auszeichnung, vondem schönsten Mädchen der Stadt geliebt zu werden. Kopfund Herz waren bei ihm ohne Tadel, und der leidige Geistder Spekulation, der oft Amors Gestalt annimmt, hatteihm nicht den Weg zu Julianen gewiesen. Er glühte fürsic, eh' er wußte, daß sie einst eine reiche Erbin werdenwürde.

Beinah' ein Jahr trugen die heimlich Liebenden denWunsch ihrer Vereinigung im Herzen herum, ohne damitsich an den Alten zu wagen. Auf Horst's Bitte übernahm