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„Jsts möglich?" rief Schalkwitz, ehe noch Simpel einAch! oder O! aufbringen konnte: „Welcher jammervolleTag! Ich möchte lieber gestern gestorben sepn, so wäredieses Verbrechen vielleicht unterblieben! Denn sicher, mein'gnädigster Herr, sind die Ermordeten niemand anders alsGökler und seine Kameraden, welche diesen Morgen beiuns eintreffe» wollten. Ach, wenn sie es sind, wehe mir!Ich muß mir ihren Tod zum Vorwurf machen; denn ichwar es, der den unseligen Einfall hatte, sie zur Beschü-tzung unserer Gränzen in Sold zu nehmen." —
So! so! sagte Wacker: Euer Klagelied schloß sich miteiner ganz unerwarteten Wendung. Ich versah mir vor-her jeden Augenblick, Ihr würdet Euch selbst zu der Thatbekennen. —
„Wie? was?" rief Schalkwitz hitzig: „Ich verbitte mir,mein Herr, dergleichen ehrenrührige Beleidigungen! Wiekönnt Ihr Euch unterfangen, mich, den Kanzler, den er-sten Beamten des Reichs, ins Angesicht zu beschuldigen,ich hätte das königliche Friedcnsgeseß gebrochen?"
Nur gemach, lieber Herr Kanzler! versetzte Herr Wacker:Die Herren am Staatsruder nehmen sich bisweilen diemeisten Freiheiten gegen die Gesetze heraus! Und es wäredoch auch nicht der erste Hahn, den ihr in jene Welt schick-tet! Ich will damit zwar nicht behaupten, daß Ihr diearmen Wichte, von welchen die Rede ist, kaput gemachthättet, allein ich lasse mir nicht ausreden, daß cs einervon Euren Gcschlechtsverwandten gethan hat.
' „DaS ist das alte Lied!" erwiedcrte Schalkwitz: WasBöses unter der Sonne geschieht, das bürdet man unsauf! So ward in vorigen Zeiten mein ehrlicher Schwagervon der Verlänmdung verfolgt; so geht es mir und alle«redlichen Füchsen. — Aber unsere Unschuld muß endlich