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im Reiche nicht erlebt hätte! Ich schätze den edlen Prinzenungemein hoch; ich wünsche herzlich, ihn auf dem Throneseiner Väter zu sehen: wer kann aber gegen den Stromschwimmen? Mich tröstet bei den gegenwärtigen Umstän-den nichts, als eine merkwürdige Prophezeihung, die ichin einem alten Buche, dessen Titel mir eben nicht bcifällt,gelesen habe. Sic sagt: „Das Regiment des Thicrrcichswird einst verändert werde» und an einen gutmüthigenEsel gelangen. Dann kehrt die goldene Zeit und die Un-schuld der Urwelt zurück. Haß und Neid weichen ansallen Herzen; die Zwietracht löscht ihre Mordfackel; Lieb'und Einigkeit bewohnen Felder und Wälder. Die Wölfewerden mit den Lämmern spielen, die Pardel bei den Bö-cken Hausen, und Katzen und Mäuse vertraute Freundeseyn. Tiger, Löwen und Bären werden sich des Flcisch-gcnusscs entwöhnen, und mit Stieren und Kälber auf dieWeide gehen und Gras essen." — So, meine Herren,lautet die Prophezeihung, welche nicht wenig zu unsererBeruhigung dient. Der darin angckündigte Gcneralpar-don sichert unS gegen den Grimm des Löwen, im Fallwir von Pflicht und Gewissen gedrängt würden, dem Eselunsere Stimmen zu geben.
Präsident. Das alles wäre recht schön, Herr Kollege!Aber ich zweifle daran. Prophetische Träume sind einseichter Grund, worauf sich nicht bauen läßt.
Murner. Wahrlich, kein Kartcnhäuschen! Doch binich neugierig, jene Weissagung zu lesen. Wollen der HerrKanzler wohl die Güte haben, mir das Buch, worin siesich befindet, auf einige Stunden zu leihen?
Reineke. Ich muß um Verzeihung bitten, daß ichdamit nicht aufwartcn kann. Es fehlt schon seit geraumer