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stolzirtcn sic mit hohen Nasen und Mienen herum, undwollten alles, was sie sagten und'behaupteten, als Göt-tersprüche geltend machen. Die gemeinsten und bekannte-sten Dinge hüllten sie in eine» dichten Schleier von dun-keln Worten, und gaben sie dann für neuerfundene Wahr-heiten aus. Durch diese Marktschreierkunst erwarben siesich unter einfältigen Leuten viel Bewunderer und An-hänger.
Der kluge Kanzler ließ sich so nicht blenden. Er sahvollkommen ein, daß sein Schwager ein seichter Schwär-mer war; doch hielt er ihn für brauchbar, ein Ei vollendsauszubrüten, über welchem er selbst seit dem Tode desKönigs in geheimer Stille saß.
Er hatte nämlich die Löwenregierung, bei der kein ehr-licher Mann seines Lebens sicher war, ganz zur Genüge,und wünschte daher, daß sic durch eine Revolution abge-schafft und ein minder furchtbares Reichsoberhanpt erwähltwerden möchte. Dieses Herzensgcheimniß raunte er seinemSchwager ins Ohr, und trug ihm unter dem Siegel derVerschwiegenheit auf, das Volk gegen den abwesendenKronprinzen zu empören. „Ich habe," sprach er, „blosdas Wohl des Vaterlandes vor Augen. So redlich aberauch meine Absicht ist, so darf ich dennoch keinen öffentli-chen Schritt dcßhalb thun; denn ich bin der Löwenfamilicmit Pflichten verwandt, stehe hier in Amt und Würden,habe Weib und Kinder, und Haus und Hof. Stellt' ichmich an die Spitze der Rebellion, und sie mißglückte: waswar' ich für ein geschlagener Mann! Doch du, Herr Bru-der, bist hier fremd und hast nichts zu verlieren. Sichstdu das Ding schief laufen, so ziehst du den Kopf ans derSchlinge und machst dich über alle Berge davon. Gelingthingegen deine Unternehmung, so wird dich der neue König