-»D 361
chen; aber Herr Blasius, der den stummen Verweisfühlte, ging verdrießlich zu Bett.
Nach einigen Tagereisen waren jene bedenklichen Wortevergessen, und er machte sich abermals in einem Gasthofedas Vergnügen, die prächtigsten Dinge von sich zu erzäh-len. Aber den Faden seiner Rede zerschnitt plötzlich eingroßes, wohl zwei Ellen langes Messer, das oben an derStubendccke, von einem geheimen Zuge bewegt, mit wi-derwärtigem Gekreisch hin und her fuhr, als ob cS demruhmredigen Gaste im Ausschneiden bcistchen wollte. Stu-tzend hielt er ein; das Messer ward ebenfalls ruhig. Alser aber nach einigen stillen Minuten seine Prahlereiensortsetztc, arbeitete auch jenes wieder. Grimmig sah erdie Maschine an und sagte. „Wenn Du sprichst, muß ichschweigen!" Und er sprach nun kein Wort weiter.
Des folgenden Abends fiel ihm beim Eintritt ins Gast-haus, wo er sein Nachtlager zu nehmen gedachte, eineWindmühle ins Gesicht- die zwar nach verjüngtem Maaß-stabe, doch immer noch groß und breit genug, in derWirthsstubc auf dem Tische stand. „Ein wunderlicher Ta-felaufsatz!" sprach der Wandersmann für sich und nahmPlatz am Tische. Seine Schwatzhaftigkeit gab sich baldkund; er war hier, wie überall, ein unverschämter Groß-sprecher. Als er aber recht im Zuge war, wurden dieFlügel der Windmühle lebendig, und ihr rascher Umschwungmachte ein solches Geraffel, daß der Windbeutel, von demLärm übcrtäubt, schweigen mußte. Ergrimmt sprang erauf, zahlte seine Zeche, stürmte fort und eilte wieder insein Vaterland, weil man sich in der Schweiz verschworenzu haben schien, seine behende Zunge ihres größten Ver-gnügens zu berauben.
Die drei Gastwirthc, die durch Inschrift, Riesenmesser