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chenblaß fiel ihm der jämmerliche Mensch zu Füßen undbekannte sein Verbrechen. Da konnte sich der Graf nichtenthalten, seinen Stock gleich ans der Stelle tapfer zubrauchen. Die Umstehenden erwarteten nun, es werdenach der Wache geschickt und der Verbrecher zur Haft ge-bracht werden. Allein der Graf begnügte sich, den Nichts-würdigen sofort aus dem Hause zu jagen und ihm denRücktritt über seine Schwelle zu verbieten.
Wie er in den nächsten Jahren sein Leben gefristet hat,das ist dem Erzähler nicht bekannt. Er ward erst auf-merksam auf ihn, als er den Bettelstab öffentlich ergriffenhatte. Der Elende war damals noch nicht vierzig Jahrealt, aber so eingeschrumpft und hinfällig, daß er vollkom-men das Ansehen eines scchzigjährigen, von Hunger undKummer entkräfteten Mannes hatte. In einem grauenzerrissenen Nocke, den Kopf mit einem röthlich gewordenenHute bedeckt und einen knotigen Stecken in der Hand, er-schien er täglich in der Mittagsstunde auf den Stufeneiner Kirche, und stellte sich an die Hauptpforte, von wel-cher er die Aussicht in acht verschiedene Straßen und Gas-sen hatte. Da ließ er sich eine halbe Stunde lang vonder Sonne beschcincn oder von Ungewilter umstürmcn,und wandte sich nach allen umherlaufcnden Gassen viel-fältig hin und her. Es schien, als ob er mit sich zu Rathegehe, wen er zum Behuf des fehlenden Mittagsbrodesum ein Almosen ansprechen wolle. War er endlich mitsich einig geworden, so lies er schnell die Stufen hinabund verschwand in einer der Gassen. Aber des folgendenTages bestieg er um dieselbe Zeit seine hohe Warte wie-der und drehte sich wie ein Wcttcrhahn rings umher.