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germeisterin ging aber dem von fern her rollenden Ge-witter sogleich mit einem Ableitcr entgegen. „Heute istSonnabend, meine Herren! Da speiset man gewöhnlichetwas knapper als an andern Tagen. Nehmen Sie alsomit diesen Würstchen gütigst fürlieb. Dem morgenden Sonn-tage soll um so mehr sein Recht geschehen."
So warf sie den Männern ein Schloß an den Mund.Sie mußten aus Höflichkeit schweigen, weil sic sich nochals kostenfreie Gäste betrachteten. Den innerlichen Aergerkonnten sie jedoch nicht überwinden; und da übcrdieß derbelebende Wein fehlte, ging man zeitig auseinander.
12.
Der Postzug.
Der Sonntag ward mit vier feinen Speisen und Weingefeiert. Man lebte bis in die Nacht herrlich und in Freu-den. Die kahlen Bratwürste waren vergessen.
Der Montag brachte abermals eine Schüssel gewöhnlicheHauskost. Das Gericht war jedoch in Frauenfeld beliebt,und ward auch von dem spartanischen Vereine mit Ver-gnügen genossen. Dennoch sahen sich die Männer nachmchrcrn Schüsseln und besonders nach Wein um. Indemsie aber nach der Thür schielten, sagte die Bürgermeisterin:„Jst's gefällig, die Tafel aufzuhcbcn?"
„Du spaßest wohl?" sprach ihr Mann. „Heute ist janicht Sonnabend, und wir bekamen erst eine einzige Schüs-sel und kein Tröpfchen Wein."
„Ganz recht!" antwortete sie. „Wollten wir immer miteinem Postzuge von vier Schüsseln fahren, so ginge derWeg bald zum Thore hinaus. Das wird dir und denübrigen Herren wohl cinleuchtcn."