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Was geschah? Rudolph erwuchs zum Manne, nahmein Weib, und bald umschwärmtcn ihn acht oder zehn Kin-der, die ihm den Kopf warm machten. Schon ihre drin-gendsten Bedürfnisse nöthigten ihn, fleißig und tief in denBeutel zu greifen; aber seine erwachsenen Kinder begnüg-ten sich nicht damit, das Nöthige zu empfangen. Unbe-scheiden, wie weiland der Herr Papa, sodcrtcn sie Ueber-fluß. Die Töchter verlangten jeden neuen Schmuck, deraus London und Paris im Putzladen ankam; die Söhnewollten ebenfalls wie Prinzen einhergehen, und begehrtennoch überdicß ein bedeutendes Taschengeld, um sich in dieLustbarkeiten der großen Welt mit Anstand mischen zu kön-nen. Vater Rudolph, der nur einen mäßigen Gehaltfür die Verwaltung einer Staatskasse genoß, konnte diesestürmischen Ansprüche nicht befriedigen. Er stellte das sei-nen Kindern vor, und empfahl ihnen Genügsamkeit; alleiner predigte tauben Ohren. Immer wurden ihm wiederneue Geldsummen theils abgeschmcichclt, theilS abgetrotzt,um entbehrliche Ausgaben damit zu bestreiten. Der schwacheMann konnte seinen Lieblingen nichts abschlagen. Er machteSchulden; und als ihn seine Gläubiger drängten, vergriffer sich an der ihm anvertranten Kaffe, und bezahlte dieungestümen Manichäer daraus. Das ging eine Weile.Endlich aber sprang es seinen Vorgesetzten in die Augen,daß er mehr ausgab, als einnahm. Man untersuchte dieKaffe, und fand kaum die Hälfte der Summen, die erdarin bereit haben und vorzcigcn sollte. Schamrotst undzagend gelobte er baldigen Ersatz. Dieses Versprechenward nicht geachtet. Man nahm ihn gefangen.
Da saß er nun zwischen vier öden Mauern und seufzte:»Ach, Gott! das Hab' ich an meinem wackern Vater ver-dient! Wie oft beschuldigt' ich ihn der Kargheit, wenn er