III.
Die Gefangenen.
Eine Begebenheit snS der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts.
1 .
Das Abcndlird.
In einem Dorfe des damaligen Kurfürstcnthums Sach-sen war eines Abends das Wirthshaus voll ländlicher Gäste.Einige spielten um Kupferpfennige; andere, unter welchensich der staatskluge Schulmeister befand, vertheilten goldeneScepter und Kronen. Der Wirth, mit dem zahlreichen Zu-spruch sehr zufrieden, ging von Tisch zu Tisch, um seinenGästen gleichsam den Hof zu machen, und fie durch seinfreundliches Gesicht zu fleißiger Wiederholung ihres Be-suches einzuladen. Hier sah er in die Karte und jubelteüber ein gewonnenes Spiel; dort trat er zu den politi-schen Kannengießern, neigte sein Ohr zu ihrem Geschwätz,und lobte ihre Weisheit. Dann setzte er sich, von dieserWanderung ermüdet, in seinen breiten Armstuhl und nickte.
So war die achte Stunde herangekommen. Da erklang