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Der Professor legte dann seine komische Zeichnung zurAnsicht vor, und das Gelächter erneute sich.
Sie ward jetzt auch dem weinenden Knaben gezeigt.Mit Schrecken sah er sich, wie er leibte und lebte, abge-bildet. Erschüttert warf er sich vor dem Vater nieder,bat schluchzend, ihn nicht vor aller Welt zu beschimpfen,und versprach mit den herzlichsten Worten, sich die Unartdes Naschens ganz abzugewöhnen, und jede heimliche Ent-wendung einer ihm nicht gehörigen Sache sein Leben langzu verabscheuen.
„Deine Worte sind gut;" sagte der Vater: „aber ichtraue dir nicht. Du hast mir schon oft Besserung ange-lobct, und dich doch immer wieder von deinem unersättli-chen Naschhunger zu neuen Vergehungen Hinreißen lassen.Ein altes Sittengesetz sagt: Was nicht Dein ist, laßliegen! oder: Was Du nicht hingelcgthast, dasnimm auch nicht weg! Diesem Gesetze handelst dutäglich entgegen. Darum übergeb' ich dich der strafendenWespe, und du wirst öffentlich von ihr gestochen, wenndu dich auch darüber zu Tode grämen solltest. Wer alsKind Leckereien entwendet, bleibt auch in später» Jahrenzu Veruntreuungen geneigt. Aber ein Mensch, dem frem-des Eigenthum nicht heilig ist, verdient nicht zu leben."
Julius drückte sein Gesicht auf den Fußboden undweinte laut. Die beiden Herren, denen es bekannt war^daß Wallo nur einen tüchtigen Schreckschuß thun wollte,schlugen sich jetzt ins Mittel, und baten ihn, seinem rcu-müthigen Sohne zu verzeihen. Er sträubte sich lange.Endlich sprach er: „Nun wohlan! In Rücksicht Ihrer Für-bitten, meine Herren, will ich noch diesmal Gnade fürRecht ergehen lassen. Steh auf, Julius, und sündigehinfort nicht mehr! Bei dem nächsten Fehltritte der heuti-