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Jugend meines Dörfchens. Ihre Erziehung war bisher inden Händen eines alten, mürrischen und unwissenden Schul-meisters, und in der That, ganz unfigürlich gesprochen,blos in seinen Händen; denn in der gewaltigsten Hand-habung der Ruthe und des Bakels bestand seine ganzeKunst. Dieser Mann gefiel mir nicht. Ich that ihm alsoden Vorschlag, seine rüstigen Hände in den Schoost zu le-gen und sich mit einer Pension zur Ruhe zu setzen. Erfügte sich darein. Ich trug nun einem geschickten Candi-daten des Predigtamts, den mir ein Mann von Einsichtempfahl, mein Schnldicnstchen mit guten Bedingungen an,und er schlug es zu meiner Freude nicht aus. Diese An-stalt kostet mir freilich Jahr für Jahr zweihundert Thalcr;aber die Knaben, welche dadurch zu aufgeklärten Menschengebildet werden, danken mir gewiß noch, wenn ich längsttobt bin, als Greise dafür. Ich habe dabei einen Freundund Gesellschafter, und in der Zukunft für meine eigenenKinder, die nun auch bald zur Schule reif werden, einenwackern Lehrer gewonnen."
„Meine gute Frau (die über dergleichen Ausgaben nichtkeift, wie ein habsüchtiges Weib thun würde) unterrichtetunsere Landmädchcn in weiblichen Arbeiten, und steht zu-gleich einer kleinen Hausapotheke vor, aus welcher wir dieKranken des Dorfs unentgeldlich versorgen."
„Im übrigen ist die Friedlichkeit unserer Ehe ein beleh-rendes und wirksames Beispiel für alle unsere Nachbarn.Als wir nach Lindenhain kamen, regierte Asmodi in vie-len Häusern, und wir hatten manche von ihm angezcttelteFehde zu schlichten; allein wir verfolgten ihn so langeSchritt für Schritt, bis wir ihn nun endlich ganz überdie Gränzc unserer Dorfflur getrieben haben."
»Dieß ist die Geschichte unscrS einfachen, aber frohe«
Lnngbeiu's sämmtl. Schr. XI. B!>. 9