Und Lindenhaiu?
„Kam an einen Mann, der besser damit wirthschastenwird. Da lies!"
Heinrich warf einen neugierigen Blick auf die Urkunde,welche ihm Grünberg jetzt überreichte, sah seinen eigenenNamen, flog dem lächelnden Greis in die Arme- und riefentzückt: „O, Vater, Sie setzen Ihren Wohlthaten undmeinem Glück die Krone auf! Gatte eines Engels undBesitzer von Lindenhain — ich tausche mit keinem König!"
lieber Grünbcrgs Erwartung war das Kammer - Colle-gium gnädig. In erkenntlicher Rücksicht, daß er die seitdreißig Jahren bewirthschaftete Domäne in den blühendstenStand gesetzt hatte, überließ es seinem Sohne den Pachtmit einer mäßigen Erhöhung. Heinrich trennte sich nunvon seinem Busenfreunde und bezog, nebst seinem Vaterund Schwiegervater, das paradiesische Lindenhain. —
In einem Hintcrstübchen, welches die Aussicht auf einenengen Hof hatte, saß indessen Karl, der Federfechtcr, undkaute an seinen Waffen. Während dieser Zahnarbeit ent-standen die Schriften, welche er in den Gerichten eingab.Sie waren so stockdunkel, wie das Innere des Nathhauses,welches die wohlweise Obrigkeit eines gewissen Städtlcinsohne Fenster erbaute. Durch zwei bis drei Bogen — diefreilich mit sportelsllchtigcr Papierverschwendung geschriebenwaren — schlängelte sich bisweilen eine einzige Periode,und glich mit ihren labprintisch verworrenen Sätzen einemRatzenkönig.-' Der gemeinste Gegenstand ward unter seiner
" In der Naturgeschichte des großen Haufens, ein Mon-strum , welches aus mehreren mit den Schwänzen ver-wachsenen oder doch verschlungenen Nahen bestehen, undan einem abgesonderten Orte von den andern Nahenunterhalten werden soll.