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„Gedichte von Blasius Süßling,"mit den heitersten Mienen, in welchen man die Vater-frcude eines jungen Autors nicht verkennen konnte. Dannfing er an, verschiedene Gedichte sich selbst vorzulesen.Sic waren bald an Fanny, bald an Mollp gerichtet. Ichverstehe nichts von der Dichtkunst, und kann also überdiese Minneliedchcn nicht urtheilen; doch muß ich bekennen,daß mir immer eins wie das andere klang und jedes mirdie traurigste lange Weile machte. Er hingegen mochtesich an dem ewigen Geleier von Augensternen, Marmor-busen und Lilienhändcn außerordentlich ergötzen; denn erlas wie besessen, und so oft ein solcher Singsang zu Endewar, warf er sich im Stuhle zurück und klatschte mit Ent-zückung in die Hände.
Er ward endlich zu meinem Tröste so heißer, daß ihmdie Stimme versagte. Dennoch war cs ihm nicht mög-lich, sich von dem goldnen Büchlein zu trennen: er lascs still bis auf den letzten Buchstaben. Hierauf schrieber einige Zeilen, brach das Blättchen zusammen und legtemich und einen andern Gulden, den er zuvor sauberwusch, hinein.
Ich erhielt einen so glücklichen Platz, daß ich meineNeugier, das Brieflein zu lesen, befriedigen konnte. Eslautete folgender Maßen :
An den Herrn Redacteur der " gelehrten Zeitung.
Ich gebe mir hiermit die Ehre, Ewr. re. die jüngstenKinder meiner Muse vorzustellen. Haben Sie dieGüte, sie durch Ihre Zeitung der gelehrten Welt znempfehlen, und sich vorher durch ein Glas rheinischenoder bnrgundischen Nektar in gute Laune zu setzen.
Beharrend rc.
Süßling.