06
Vier und dreißigster oder I. Advent-Sektor.
Ottomar — Kirche — Orgel.
Am andern Morgen war ein Lärm im Schlosse über eineSache, die der Doktor Fenk um eine Woche später durcheinen Brief von — Ottomar erfuhr.
— Nie Hab' ich einen Sektor oder Sonntag so traurigangcfangen als heute; mein vergehender Körper und der fol-gende Brief an Fenk hängen wie ein Hutflor an mir. Ichwollt', ich verstände den Brief nicht — ach cs wäre danneine unvergeßliche Novemberstunde nie in mein Leben getre-ten, die, nachdem so viele andre Stunden bei mir vorüber-gegangcn, bei mir stehen bleibt und mich immerfort ansieht.— Dunkle Stunde! du streckest deinen Schatten über ganzeJahre aus, du stellest dich so vor mich, daß ich den phos-phoreszirenden Nimbus der Erde hinter dir nicht flimmernund rauchen sehen kann, die 80 menschlichen Jahre sehen indeinem Schatten wie der Ruck des Sckundenweisers aus —ach nimm mir nicht, so viel! . . . Ottomar hatte dieselbeStunde nach seinem Begräbniß und beschreibt sie dem Dok-tor so:
„Ich bin seitdem lebendig begraben worden. Ich habemit dem Tode geredet und er hat mich versichert, cs gebeweiter nichts als ihn. — Als ich aus meinem Sarg herauswar, so hat er die ganze Erde dafür hineingelegt und meinBischen Freude oben darauf. . . . Ach guter Fenk! wie bin