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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
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Kurz jeder Ton und Blick erwies nicht, sondern setztees schon voraus, daß Tugend nichts wäre- als der Oe-konomus des Magens, die Konviktoristin der Sinne, dieOffiziantin und Tochter des Körpers. Der Liebe ging's wieder Tugend.Die Julie des Scan sage8 (sagte einer)ist wie tausend Julien oder wie -!^»> saepies selber; sic be-ginnt mit Schwärmen, endigt mit Beten aber das Fallenist zwischen beiden."

Niemand als wer einmal in Gustavs Lage war, wereinmal das verheerende Bestürmen seiner tiefsten Uebcrzeu-gung von der Möglichkeit und Göttlichkeit der Tugend ineinem Kreise witziger und entscheidender Leute von Standeerlitt; wen unter solchen Erschütterungen, deren jede einRiß in die Seele ist, sein eignes Unvermögen kränkte, solcheTugend- und Hciligen-Stürmer zu beschämen, geschweigezu bekehren; wen unter diesen Herodcs-Beschimpfungenseiner Heiland in nicht einmal der Stolz aufrichtete, derzwar gern mit uns auf unserm besondern Zimmer isset, aber

an der inl>ls ck'Iiote aus unserem Innern eilt-blos

also wer in solchen Lagen keuchte, kann sich Gustavs Alp-drücken in der seinigen denken.

Selbst Beatens Angesicht, das die Partei der Tugendund der Liebe nahm, könnt' ihn nicht gegen jene persifliren-dcn Frostgcsichter decken, aus denen, wie aus Gletscher-Spalten bei wechselnder Witterung, schneidende Winde bliesenund die das Herz zerphilosophirtcn und das Gefühldes eignen Werths zerrissen. In Gustavs Alter machen dieGustave zwei grundfalsche Schlüsse sie suchen erstlich un-ter jeder tugendhaften Zunge ein tugendhaftes Herz, zwei-tens aber auch unter jeder schlimmen ein schlimmes.