„wohl, Verehrungwürdiger, ich nehme heute noch Abschied,„weil ich morgen aus Maienthal gehe — leben Sie glücklichglücklich, bis wir unö wieder sehen; mein Herz vcrgisset„Ihre Größe nie, aber ich sehe Sie bald wieder."... IhreWehmuth über den Gedanken an sein geweissagteS Sterben,ihre Furcht eines ewigen Abschieds erdrückten die andernWorte, denn sie wollte mehr sagen und wärmer danken.Emanucl sagte: „Wir sehen uns nicht wieder, Klotildc; denn„ich sterb' in vier Wochen." — „O Gott! nein!" sagte Klo-tilde mit dem innigsten heißesten Tone. — „Mein guter„Emanucl, sagte Viktor, quäle diese Gequälte nicht. — Fasse„dich, Gemarterte, unser Freund bleibt gewiß bei uns." —Hier hob Emanucl sein Auge in den Himmel und sagte miteinem Blick, in dem eine Welt war: „Ewiger! könntest du„mich bisher so getäuscht haben? — Nein, nein, am längsten„Tage ziehen mich deine Sterne auf und deine Erde kühlt„mein Herz. — Und dich, du gute Klotilde, du Seele vom„Himmel, dich seh' ich also heute gewiß, bei Gott! zum letz-„tenmal mit deinen schönen Wangen und in deiner Erden-Gestalt — ich segne dich und sage dir Lebewohl, aber schwer„und trübe, weil ich noch so viele Tage leben soll ohne dich.„Ziehe sanft umweht durchs Leben, halte dein Herz hoch über„den bunten Dunst der Erde und über ihre Wetterwolken —„du hörst mich ja nicht, du bitter-weinendes Angesicht, Gott„gieße Trost in deine Seele, scheide froher! — Dein Freund„ist bei mir, wenn ich von hinnen gehe." — Hier faßteViktor die Hände der wankenden verweinten Gestalt, die sichvergeblich die Thränen abstreifte, um den Lehrer noch ein-mal zu sehen und in die Seele zu drücken; und als Viktorohne Besinnung rief: „Giulia! Selige! mildere das Weh
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