kann vortreffliche Weiber pvrträtiren. Den meisten deutschenRoman-Formern schlagen die Weiber zu Männern um, dieKoketten zu H—, die Statuen zu Klumpen, die Blumen-stücke zu Küchenstücken. Daß die Schuld mehr an den Ma-lern als an den Urbildern liege, wissen nicht nur die Urbil-der selber, sondern auch der Bcrghauptmann schon daraus,weil die Romanlescrinnen alle noch romantischer sind, alsdie Romanheldinnen, noch feiner und zurückhaltender. DerBcrghauptmann thut hier — ohne die Absicht zu haben, daßihn acht vornehme Weiber in Mainz, wie den Weiber- undMcistersängcr Heinrich Frauenlob, zu Grabe tragen — einengedruckten Eidschwur (d. h. Schwurschwur), daß er die meistenseiner Zeitgenossen besser antraf, als sie der gute offne, aberleere rohe Kopf des Vcrf. des Alcibiadcs und Nordenschildszeichnen kann. In der That, wenn die Weiber nicht denMännern alles verziehen, sogar den Autoribus (und zwartäglich siebcnzigmal, und sie reichen den andern Backen dar,wenn der eine durch Küssen beleidigt worden): so könnt' eskein Bücherverleiher erklären, wie Menschen, deren Kopfdoch schwerer, deren Zirbeldrüse kleiner ist, und die sechsKnvrpelringe der Luftröhre mehr haben — nämlich 30 über-haupt, wahrscheinlich zum Mehr-Reden — deren Brustbeinkürzer und deren Brnstknvchen weicher sind als bei den Män-nern, wie doch solchen Menschen weiblichen Geschlechts nochdie Magd oder den Kerl in eine Lescbibliothck mit dem Auf-trag schicken können: „einen Ritterroman für meine Made-moiselle!" Meine Feder-Kollegen — in Rücksicht der Wci-bcr bin ich nach der Bergsprache blos von der Feder, nichtvon Feuer noch von Leder — werden zur Erziehung derLeserinnen, wie nach Lessing die Juden zur Erziehung der
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