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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
312
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gibt Erziehern den Rath, die KinderSoldatens" spielen zulehren, sie ererziren und Wache stehen zu lassen, um sie durchdieses Spiel an gelenke und feste Stellungen des Körpersund Geistes zu gewöhnen, d. h. um sie gerade zu richten undabzuhärten. In Campens Institut ist dieses Soldatenspielschon lange für Eleven im Schwung. War es denn aberH. Villaume so wenig bekannt, daß diese Schulererzizien, dieer uns vorschlägt, schon längst von jedem guten kleinen Reichs-fürsten eingesühret waren? Glaubt er denn, es ist etwasneues, wenn ich ihn versichere, daß die Fürsten junge starkeKerle, sobald sie die heilige Länge haben, abholen undererziren lassen, um ihre Landeskinder mores, Stellung undalles zu lehren, was in der Kreuz- und Fürstenschule desStaats erlernet werden muß? In der That verstehen oft inden winzigsten Fürstenthümern und Reichsgauen die Solda-ten alles, was zu wirklichen gehört, sie präsentiren ihr Ge-wehr, stehen aufrecht an Portalen und können rauchen, wennnicht feuern, lauter Dinge, die ein Pudel leicht erlernt,aber ein Bauerntölpel schwer. Ich leit' es aus diesen Kriegs-übungen her, daß sich viele sonst gescheidte Männer beredenließen, die Verir-Soldateska kleiner Reichsstände für einewirkliche ernsthafte zu halten, da sie doch sonst hätten sehenmüssen, daß mit so kleinen Heeren weder ein kleines Landzu vertheidigen, noch ein großes anzufallen sei, und daß esauch dieses gar nicht brauche, weil in Deutschland die Pa-rität der Religionen schon die Parität der Mächte vertritt. Hunger, Frost, Blöße, Strapazen sind die Vortheile,welche Villaume durch das Soldatenspiel seinen Zöglingenals eben so viele Schulen der Geduld zu schaffen meint; dassind aber eben gerade die Vortheile, die die Staats-Real-