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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
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war am dritten Tage, am Sonnabend, so toll über seineschweigende Frau, daß er noch toller wurde über den Stö-renfried Lver-arcl. Ueberhaupt konnte dieser Minnesinger undMinnesöldner nächstens wieder ins Haus kommen und dieGöttin Zwietracht, die in Voltairens Henriade als Di-rektrice und Ambassadrice die besten poetischen Dienste ver-richtet, in das häusliche Volklied eines Advokaten einsührenals Maschinengöttin, um den Knoten des ehelichen Bandeszu lösen und einen neuen zu knüpfen mit dem Venner. Sie-benkäs schrieb ihm also folgende akademische Streitschrift:Ew. Hochwohlgeb. Gnaden erkühn' ich mich in diesemkleinen Memoriale die Bitte vorzutragen:

Dieselben möchten zu Hause bleiben und mirIhre Besuche entziehen.

Sollten Sie einiger Haartourcn von meiner Frau benöthigtseyn: so erbietet sich Endcsunterschriebener zu den Lieferun-gen und will sie abschneiden. Wollen Dieselben ein s»scompaseui oder eine Koppelsagd bei mir ererziren und sel-ber kommen: so wcrd' ich diese Gelegenheit mit Vergnügenergreifen, mir aus Ihnen eigenhändig so viel Haare, alszu einem Andenken nöthig sind, mit den Wurzeln wieMonatrettige auszuziehen. Ich bin oft in Nürnberg (derhohe Rath wollt' eS nicht haben) mit einem adeligen betag-tenPrügel kn echt" *) auf die benachbarten Dörfer schmau-sen gegangen, d. h. mit einem Informator, der sich aus den

*) So hieß man sonst (S. Klübers Anmerkungen zu <le In6urnv äe vom Ritterwcscn) die Aufseher

bei den Turnicrübnngcn, deren schwache Nachbilder nocheinige adelige Hauslehrer geben. Damals nannte man die