Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
Seite
278
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tcr, und eine Schwester, die fast so gut ist, wie Du selber: aber dasAlles würde in den Augen Deines Vaters zu geringe sein darum,Anna, bat ich Dich, daß Du in den Garten kommest, damit ich Dirsage, daß ich nun fortgehc, aber wieder komme, Dich zu holen, daßDu an mich glaubest und freundlich ans mich wartest und daß ichDich noch einmal vorher frage, ob Du mich denn auch so sehr, wie ichDich, liebst, und in alle Ewigkeit lieben willst das Alles wollte ich

thun-aber stehe, da geschah indessen etwas-nein es ist zu

fabelhaft; ich getraue mir cs selber nicht zu glauben-- erschrecke

nicht, cs ist nichts Böses ich kann cs keinem Menschen anvcrtrauen,doch Dir will ich cs sagen Du, liebe Unschuld aber Du darfst esnicht vcrrathen-

Nein, sagt cs lieber nicht, ich verricthe cs vielleicht doch, und ichglaube ja ohnedieß an Euch und sagt cs nur einst dem Vater, daß csgewiß wird, daß ich Euer Weib werde cs ist ohnedieß schon hart ge-nug, daß ich es verschweigen muß, daß ich Euch so gut bin.-

Denkt nur, neulich Hab' ich cs sogar dem Philar in's Ohr gesagt: ichlieb' ihn von Herzen, von Herzen, von Herzen aber der Thrinedarf ich cs doch morgen sagen?"

Wann Du mich liebst . . .

Nein, ich sage ihr auch nichts.-Wenn Ihr nur nicht zu

lange ausbleibt, werd' ich cs schon überdauern."

O, Du schönes, naturgetreues Herz, wie werd' ich Dich verdienenkönnen?" sagte er nach einer Weile, in der er sich gesammelt hatte.Seine Stimme war gerührt, und wenn seine Augen nicht im Schattengewesen wären, so hätte sic sehen können, wie zwei Thränen in diesel-ben getreten waren. Sie aber sah cs nicht, und da sic wegen seinesSchweigens meinte, cs sei ein Schmerz in ihm, so nahm sie seine Handin ihre beiden, und hielt sie fest und herzlich.

Und wie sic so saßen und schwiegen, und wie um sie auch die ganzeglänzende Nacht schwieg und Minute nach Minute verging, ohne daßdas Herz cs wußte: da krähte hell und klar der Hahn, die Trompete desMorgens, der Herold, der da sagt, daß Mitternacht vorüber und ein

neuer Tag anbricht.-- Anna sprang auf:Um Gotteswillcn, seht,

der Mond steht so tief, daß er in den Laubcneingang scheint, und die