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faden aus der Ruine zu dem dunklen Himmel hinauf, als wäre sie vonirgend einem menschlichen Wesen bewohnt. Za man sah sogar über denWeidcboden, der zwar noch nicht beschneit, aber fest gefroren war, einenReiter eilig dem Trümmerwerke zureiten. Er zwang das Pferd durchden weit klaffenden Thorwcg über herabgcstürzte Steintrümmcr hinein,band es, nachdem er abgcstiegcn, an die Stange eines eisernen Fcnster-gitters, von dessen Simse noch das geschmolzene Glas wie schmutzigesEis herabhing, wandte sich dann schnell weg, und drang durch das halb-verschüttete Thor in das Innere des Thurmcs. Hier durch ausgebrannteThüren und Fenster glotzten ihn Gänge und Gemächer an, die ihmschauerlich fremd vorkamen, und aus ihren Höhlungen wehte eine un-gastliche Luft. Dennoch entdeckte er bald eine hölzerne Treppe, aus nochfrischen Bäumen gezimmert, und mit gehauenen Pfosten überdeckt. Erstieg sie hinan, und gelangte in einen Gang und in ein Vvrgemach, des-sen Decke nicht eingcstürzt war. Wie er durch den flüstern Gang schritt,sah er einen alten Mann stehen, aber er achtete dessen nicht, sondernpochte an das Gemach. Ein weibliches Gesicht wurde durch das geöff-nete Schubfach der Thüre sichtbar.
„Susanns," sagte der Fremde mit sanfter Stimme, „darf ich cintre-ten?" Die Magd öffnete sogleich die Thür, führte ihn durch das Ge-mach, und öffnete ihm gegenüber wieder eine Thür, die in ein weitereserhaltenes Zimmer führte. Er trat ein.
Eine der zwei darinnen sitzenden schwarzgekleideten Gestalten erhobsich sogleich und trat ihm mit den Worten entgegen:
„Seid uns von ganzem Herzen willkommen, Ritter."
Er heftete sein dunkles Auge mit traurigem Glanze aus ihre blassenZüge --ja es war Clarissa, die vor ihm stand, und von deren schö-
nen Gestalt das schwarze Trauerkleid hernicdcrwailtc. Seitwärts saß Jo-hanna — ein Antlitz, weiß wie Alabaster, sah aus der schwarzen Flor-hülle zu dem Ritter herüber, und die Tropfen, die auf die Wangen flös-sen, jagten sich schneller, seit sie ihn sah, und sich nach Sprache bemühte,ihn zu grüßen. Er mit dem düstcrschönen Ausdrucke seines Wesens standauch einige Augenblicke sprachlos, und blickte ans das mit schlechtem Pa-piere verklebte Fenster, unfähig ein einzig Wort hcrauszubringen, da auchClarissa schwieg, und ihr Mund und ihre Wimpern vergeblich zuckten,um die Thränen zurückzuhalten. Sic schob ihm einen Stuhl hin, er