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kam, dann löste sie hoch über den Lagen, der begrabene» Mensche» vonihrer erhabenen Trauerfahne sachte eine Falte nach der andern, und ließdieselbe endlich schwer und breit vom Himmel niedcrhängen.
Ich sah noch lange zum Fenster hinaus, und cs ergriff mich, daßnun nicht ei» Laut ertönte in diesem Vulkane menschlichen Treibens —selbst die Lust stand unbeweglich still. Endlich schlug cs Ein Uhr Mor-gens, und es war, als hätte dieser eine Klang die hängende Lavinc ge-löst r denn gleich nach dem Glvckenschlagc wallte schlaftrunken durch denganzen Himmelschleier, das erste tiefe, schwache Donnern, wie ein Traum-reden der schlummernden Frühlingsnacht.
So ruhet wohl, alle Menschcnherzen — und auch du, unbekanntesHerz in deinem schönen Busen, schlummre wohl — und auch du, desfernen lieben Reisenden, schlummre wohl!
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Mesenüock4üiu't.
12. Mai 1831.
Die Nacht ist vorübcrgcgangcn und hat Mancherlei geändert. VornHimmel hat sie die Perlen der Fruchtbarkeit hcrabgeschüttet und ihngänzlich rein gefegt, daß er mit dem klaren frühen Morgengelb zu mirhereinsieht — die Schornsteine und nassen Dächer schneiden sich scharfgegen ihn, und die kühle Lust regt die Nachbarzwcige und strömt zu mei-nem offen gebliebenen Fenster herein. — Ich schreibe noch im Bette.
Was ist es nun mit dem Menschen, wenn er heute dieser ist undmorgen jener? Auch mein Herz, wie der Himmel ist frisch und kühl, und>ucht sich auf gestern zu besinnen. Was ist's nun weiter?
Hat die Flasche Rüdesheimcr, die ich gestern zu meinen Nachtcinbil-dungcn getrunken, die Seele so voll Sehnsucht angeschwcllt — und ist sieheute leer, so wie die Flasche, die dort so wesenlos auf dem Tische steht,daß das Morgenlicht hindurch scheint?